19. Mai 2008

Alle haben den Lama lieb

Seit das Christentum ein bißchen an Aktualität eingebüsst hat, sucht der sinnsuchende Mitteleuropäer nach einer neuen Religion. Da bot sich schnell der Buddhismus an. Wen könnte man da besser verehren, als einen alten Zausel, der als religiöser Führer eines buddhistischen Landes im Exil gilt.

Und was hat der nicht schon alles geleistet:

Er führte neun Jahre ein grausam feudales Land mit Leibeigenen, denen bei Garstigkeit auch gerne mal Körperteile abgeschnitten wurden. Was für eine Freude für alle Beteiligten!

Bis heute redet er ausgiebig von Toleranz und fordert Religionsfreiheit auf der Welt im Allgemeinen und seine Heimat im Speziellen. Seine eigene Toleranz endet aber, wenn es eine Buddhist wagt, an den Gott Dorje Shugden zu glauben.

Passend zu unserer modernen Welt trifft er bis heute seine Entscheidungen nach der Befragung von Orakeln.

Das liebt die Schöneberger Körnerfresserin. So durfte der Dalai Lama heute vor 15.000 debil grinsenden Berlinern sprechen. Die liessen sich von den Kalendersprüchen, die er seit Jahren als asiatische Weisheit verkauft, wiederholt zu Jubelarien überreden.
Die Tatsache, dass vor der umenschlichen Quälerei der buddhistischen Mönche durch die Chinesen eben diese Mönche den Rest der Bevölkerung gequält haben, war wieder kein Thema.

Mir war derweil ein wenig schlecht.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nun soweit ich informiert bin, oblag die Regierung den Mönchen, da der Dalai Lama noch ein Kind war. Er wurde frühzeitig volljährig erklärt (zu diesem Zeitpunkt war er 15). Warum... weil die politische Macht bei den Chinesen lag.
Ist das Lama System korrupt, antiquirt und veraltet. Keine Frage. Wie das der Päpste übrigens auch, die in ihrer Geschichte mehr als nur ein Unrecht begangen haben.
Der Dalai Lama ist seit über 40 Jahren nicht mehr in den Regierungsgeschäften von Tibet verwickelt gewesen. Und ob er in den 9 Jahren den absoluten Rechtsanspruch gegenüber den Chinesen durchgesetzt hat - ist fraglich. Tatsache aber ist es, dass er seit mehreren Jahrzehnten zum friedlichen Beisamensein aufruft, dass er die Oberherrschaft Chinas anerkennt und er keinerlei Ambitionen zeigt, das Land zu der regressiven Herrschaft zu führen, wie es unter früheren Lamas üblich war. Etwas was ihn vielleicht von anderen Religionsführern unterscheidet. Man kann aus Geschiche lernen. Ich glaube der Dalai Lama hat es getan.

Zaphod Beeblebrox hat gesagt…

Er konnte immerhin neun Jahre die inneren Geschicke des Landes mitformen. Zugegebenermaßen war er da noch jung. Aber die offene Distanzierung von dem damaligen System fehlt bis heute. Stattdessen der Eindruck der verfolgten ach so friedlichen Mönche gepflegt.

Thomas Xavier hat gesagt…

Der Dalai Lama hat die falschen Freunde. GANZ falsche Freunde. Und er bleibt ihnen treu: http://www.agpf.de/Dalai-Lama.htm

Anonym hat gesagt…

Ich glaube Zaphod, dass du etwas zulange in der Sonne warst und du dich von der chinesischen Propaganda etwas zu sehr beeindrucken liesest. Normalerweise fand ich deine Kommentare, in denen du Leute, die von deinen divergierende Auffassungen vertreten (z. B. mehrmals pauschal alle(!) Christen), auf ehrverletzende Art beleidigst immer sehr amüsant, aber nach dieser Hasstirade im Stile eines Goebbels solltest du ganz schnell deine Webseite schließen und nie mehr im Internet deine Meinung posten.

Zaphod Beeblebrox hat gesagt…

Das tut mir leid, wenn mein Text Dir wie eine Hasstirade vorkommt. Ich hasse kaum einen, von den Menschen, über die ich schreibe.
Auch glaube ich nicht, dass ich hier chinesische Propagande vertrete, was die Chinesen in Tibet jetzt machen ist auch bekämpfenswert. Das sollte aber kein Grund sein, die Vergangenheit zu heroisieren.
Was mich aber in die Nähe von Goebbels bringt, kann ich nicht erkennen. Propaganda und Satire liegen aus meiner Sicht Weit auseinander.

joshua3 hat gesagt…

Wieder eine wundervolle Bestätigung von http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz - auch wenn die Diskussion bisher wahrlich nicht lang ist, so erklärt es doch wo der Goebbels herkommt...

Anonym hat gesagt…

Was steht im WP-Artikel zu Godwin's Law? "Hierbei handelt es sich um eine pauschalisierende Feststellung, die spezifische Merkmale einer Diskussion außen vor läßt." Und wenn du, Zaphod, als Satire getarnte Lügen-/Horrorgeschichten darüber erzählst, der Dalai Lama hätte seinen Untergebenen befohlen, die Körperteile Unschuldiger abzuschlagen, dann hat a) deine letzte intakte Hirnzelle kapituliert, oder b) du outest dich als bekennender Nazi, denn zwischen deinen Hasstiraden über den Dalai und Goebbel's über die Juden entdecke ich erschreckende ideologische Parallelen.

joshua3 hat gesagt…

Nun, ich weiß ja nicht was Du so liest lieber Anonymer - aber was Du schreibst hat mit dem hier gesagten wenig zu tun: Weder findet sich in dem mit Link bezeichneten Wikipediaartikel das von Dir genannte Zitat, noch hat Zaphod behauptet, dass der Dalai Lama seinen Untergebenen befohlen hat, die Körperteile Unschuldiger abzuschlagen - das mit Verlaub entspringt Deiner etwas merkwürdigen Wahrnehmung, die die Dinge lieber so sieht wie sie aus Deiner Perspektive sein sollten und nicht so, wie sie tatsächlich sind. Aber schon OK - man ist es ja gewohnt, dass in ohnmächtiger Sprach- und Argumentationslosigkeit die schärfste moralische Keule ausgepackt wird, die einem auf die Schnelle einfällt...

Zaphod Beeblebrox hat gesagt…

Ich denke auch, dass die Diskussion hier zu nichts mehr führt. Lieber anonymer Leser, was auch immer Du in meinen Texten liest, es ist offenbar viel dabei, das ich nicht geschrieben habe.
Es war nicht von Unschuldigen die Rede und auch nicht davon, dass der Dalai Lama es befohlen habe. Ich habe nur beschrieben, dass Tibet vor den Chinesen nicht das Land der friedlich betenden Mönche war.
Also kleiner Tipp: Erst lesen, wenn dann noch Zeit ist ermitteln, was daran wahr ist, dann kritisieren.