16. November 2008

Uri ist wieder auf Sendung

Nachbar Klingsor hatte mich in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass Uri Geller mal wieder die Sendezeit von Pro 7 verplempern darf. Diesmal um nach Außerirdischen zu suchen. Dazu wurden Signale ins All geschickt und ebensolche aus dem All gesucht. Genau genommen wird das schon seit Jahren gemacht, aber unser israelische Hobbymagier war wohl der Meinung, dass sich die Aliens erst aus der Deckung wagen, wenn er nach ihnen ruft.

Bei einem so abendfüllenden Thema, kann man auch schon mal geschlagene zwei Stunden und 15 Minuten an einem Samstag Abend dafür opfern. Alternativ gab es "Das Supertalent" und den "Musikantenstadl". Da kann man sich ja auch mal einen Abend den zauseligen Besteckzerstörer ansehen.

Also "man". Nicht ich. Ich habe es nämlich recht schnell nicht mehr ausgehalten. Bei "Stargästen" wie Nina Hagen, Erich von Däniken und Johann Klum (wer ist eigentlich Johanna Klum?) braucht man eigentlich gar keinen Uri Geller mehr, um nach kürzester Zeit nur noch ungläubig den Kopf zu schütteln. Zum einen darüber, dass solche Gehirnakrobaten im Fernsehen auftreten dürfen, zum anderen darüber, dass sie dafür vermutlich mehr Geld bekommen als ich für meine sinnvolle Arbeit.

Auch nach mehr als zwei Stunden erfolgloser Suche hatte Uri Geller leider immer noch keiner mitgeteilt, dass die abgesandten Signale mehrere Jahre dauern würden, um potentiell bewohnte Planeten zu erreichen. Derweil hatte man bei der Ansicht dieser Ansammlung von pseudo-wissenschaftlichem Blödsinn und esoterischer Hirnlosigkeit schon Zweifel an der Existenz intelligenten Lebens auf unserem Planeten entwickelt.

Dass es einen großen qualitativen Unterschied gibt zwischen Sendungen in denen Doofe doof quatschen und solchen, in denen Intelligente doof quatschen, konnte man erleben, als das Leid endlich vorbei war: Im WDR begann Dittsche. Da war die Welt wieder in Ordnung.

Kommentare:

buchstaeblich hat gesagt…

Das Wort "interessant" ist im zusammenhang mit diesem Sendezeitverschwurbel natürlich eher unangebracht. Aber das m. E. interessanteste an der Geller-Orgie ist, wie der dazu kommt, das Gedöns dermaßen billig und blöd aufzuziehen! Kinder lernen in der Schule, dass alles, was mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist (Radiowellen eben) entsprechend viele Jahre brauchen, um bei einem Ziel anzukommen, das Lichtjahre entfernt ist.
Weshalb 2,5 öde Stunden mit Deppengucken ohnehin vertane Zeit sein müssen.

Wie dumm ist dieser Mann in seiner geschäftstüchtigen Bauernschläue wirklich?

Klingsor_sein_Nachbar hat gesagt…

Es war doch von Anfang an klar, dass es sich hierbei schlicht um einen neuen PR-Stunt Löffelbiegers handelt. Tja, erneut hat er sich ins Gespräch gebracht und nebenbei einen dicken Gehaltscheck eingestreicht (natürlich nicht ohne vorher Pro7 einen noch dickeren Gewinn durch Werbe- und Hotlineeinnahmen zu bescheren). Die Welt ist schlecht. :(

Und Löffelbieger ist dran schuld...

LC hat gesagt…

Nichts gegen die Klum (die soweit ich weiß nichts gegen mit der Heidi zu tun hat), die ist als einzige noch bei verstand geblieben. Sie hat sich zwar nicht getraut, laut zu widersprechen, aber ihr Blick sprach Bände

Zaphod Beeblebrox hat gesagt…

Über die Hotlineeinnahmen kann ich nichts sagen, aber bei einer so langen Sendung und dem Bohei im Vorfeld nur drei kurze Werbepausen zu schalten, war sicher nicht im Sinne des Senders.
Zumindest haben die Marketingabteilungen der großen Firmen die Spannungslosigkeit der Sendung im Vorfeld antizipiert.

Fischtante hat gesagt…

Du hättest mal Nina Hagen miterleben müssen, nachdem der Vincent Raven die schlappeste Showeinlage der Fernsehgeschichte gemacht hat und als danach der tätowierte Kerl hervorgekramt wurde...sogar ihr wurde das ganze sichtlich zuviel. Fehlte nur noch, daß sie Untertassen an Nylonfäden als Beweis für die Außerirdischen eingeblendet hätten...
LG
Fischtante

Klingsor_sein_Nachbar hat gesagt…

Um ehrlich zu sein, ich vermute Frau Hagen war die ganze Sendung lang in einem viel zu starken Geisteszustand (ähnlich dem Fieberwahn) um sich über irgendwas aufregen zu können. In der Sendung und in ihren sonstigen Lebensstunden...