2. Dezember 2008

Zitat des Monats (November '08)

Das Falsche hat den Vorteil, daß man immer darüber schwätzen kann.

Goethe

Kommentare:

Belibaste hat gesagt…

Auf deinem Blog schreibst du "Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben. Phillip K. Dick"

und das stimmt wirklich. Oder aber doch wieder nicht ganz, denn wer weiß schon was Realität wirklich ist? Wenn man es aber nicht weiß, wie kann man aufhören daran zu glauben? Bzw. was hat "glauben" mit "wissen" zu tun? Entweder man weiß etwas, dann braucht man es nicht glauben, oder man glaubt etwas, dann weiß man es nicht. Ich löse dieses Dilemma auf, indem ich nur glaube was ich weiß. ;)
Wenn du aber glaubst, die Realität zu kennen, bist du schwer im Irrtum. Du weißt nicht einmal wie die Welt wirlich aussieht. Oder siehst du infrarot, ultravoilett, siehst du Wärme, oder gar das Magnetfeld der Erde? Höchstens mit Hilfe von modernen Geräten, aber sehen diese dasselbe wie die Tiere? Weißt du was du alles weder sehen, riechen, noch hören, oder fühlen kannst? Nein, das weißt du nicht, du kannst es nicht wissen, weil du es nicht wahrnehmen kannst. Du weißt nicht was es gibt, ohne dass du es wahrnehmen kannst.

LC hat gesagt…

Was genau willst du damit sagen? I dont get your point...

Belibaste hat gesagt…

Also falls mein Kommentar mehrmals aufscheinen sollte, lösche was zuviel ist, denn ich habe im Augenblick Schwierigkeiten mit dem Eintragen.

Du willst eine Übersetzung? Das wird schwierig.

Ich denke wenn jemand ein Zitat auf seinen Blog, Seite, oder was weiß ich wohin stellt, versucht er damit etwas zu sagen, was eigentlich er selbst meint. Da die Worte von berühmteren Menschen meistens schwerer zu wiegen scheinen (zumindest in den Köpfen der Unbedarften) schreibt man eben ein Zitat hin und nicht die eigenen Gedanken in eigenen Worten. Deshalb gehe ich mal davon aus, dass dieses Zitat auf diesem Blog die eigenen Gedanken des Inhabers unterstreichen sollen. Deshalb gehe ich darauf ein, denn es ist vermutlich ein Gedanke des Bloggers und nicht nur des Herrn Dick (den ich auch nicht kenne). Also habe ich nachgedacht was der Autor damit sagen möchte und ich kam zu dem Schluß - er redet Blödsinn.

Realität ist Realität und verschwindet sowieso nicht, ob man daran glaubt, oder nicht. Damit hat er je Recht, aus unserer westlichen Sicht her betrachtet. Das ist aber schon eine Feststellung, die auf keinerlei Beweisen basiert, es ist eine reine Behauptung. Daher wage ich zu unterstellen, dass er damit sagen will, er wisse was Realität ist, während andere es nicht wissen. Damit meine ich jetzt noch mehr den Blogger, der sich ja hier mit der Ansicht der Realität der Skeptiker, versus anderer Leute, beschäftigt. Also habe ich auch zu philosophieren begonnen.

Wer weiß denn wirklich "was Realität ist"? Niemand. Da wir nicht wissen was Realität ist, können wir eigentlich nicht einmal sicher sein, dass sie nicht verschwindet, wenn man aufhört an sie zu glauben!!! Wir alle sind so dumm, dass wir nicht einmal die biologische Realität der Welt erkennen können. Wir haben für vieles keine Organe. Tiere sehen anders als wir, das wissen wir jetzt schon und deshalb wissen wir auch dass das so ist. Vögel können z.B. Magnetfelder wahrnehmen, das wurde wissenschaftlich erwiesen. Sie orientieren sich bei ihren Zügen daran. Fledermäuse hören Ultraschall. Abgesehen von Menschen und Primaten kann angeblich kein Tier die Farbe rot erkennen. Hunde können epileptische Anfälle von Menschen Stunden vorher riechen. Katzen sehen im Dunkeln. Also selbst bei derart einfachen Erkenntnissen hapert es schon mit dem Erkennen der Realität. Früheren Generationen machte das Angst, wir wissen heute, dass es sich dabei nicht um Hexerei, sondern um ganz normale Vorgänge handelt. Das heißt aber nicht, dass wir alle "Informationen" (denn etwas anderes ist es ja nicht) die man haben kann nun auch besitzen, weil wir verschiedene Geräte gebaut haben, die diese Fähigkeiten der Tiere nachahmen. Nachahmen kann man aber auch nur was man irgendwie erfahren hat. Also kann es durchaus sein, dass es noch andere Möglichkeiten der Informationsgewinnung in der Natur gibt, die uns Menschen nicht bekannt sind. Also kennen wir die Realität nicht. Wir wissen auch, dass es neben dieser rein materiell sichtbaren Realität noch eine andere gibt, die wir nicht sehen können, die wir höchstens in ihrer Agitation erkennen können. Die Religiösen nennen es Seele, die Monisten hingegen glauben, biologische Systeme seien Maschinen, die aus eigenem Ermessen und völlig grundlos, elektrische Impulse hevor bringen. Solche Leute haben früher Katzen und Hunde bei lebendem Leibe sezziert und glaubten, deren Schmerzensschreie seien nichts weiter als das Schnurren der Motoren "biologischer Körper". Heute machen sie Tierversuche weil sie glauben, der Mensch stehe über allen anderen Wesen, er sei auserwählt und daher berechtigt, andere zu seinem Wohle zu opfern. Aber was ist nun Realität? Kann man das sicher sagen? Ich glaube nicht, man kann nur annehmen. Wenn man aber nur annehmen kann, läßt sich auch nicht sicher sagen, ob Realität sich nicht auch verändern läßt. Realität könnte auch darin bestehen, dass es keine gibt. Wer weiß das schon?

Zaphod Beeblebrox hat gesagt…

Interessante Diskussion. Ich bin aber an einigen Stellen anderer Auffassung.
Hauptpunkt ist, dass ich fest davon überzeugt bin, dass es eine objektive Realität gibt. Wir sind, und hier bin ich Deiner Meinung, häufig nicht in der Lage, diese lückenlos zu erfassen. Subjektive Wahrnehmung und Erwartungshaltung, um nur mal zwei zu nennen, haben großen Einfluss auf das, was wir als Realtät wahrnehmen.
Das Zitat von Philip K. Dick ist aus meiner Sicht aber anders zu verstehen. Es besagt vielmehr, dass die Realität unabhängig von unseren Überzeugungen und Glauben existiert. Dinge die nur existieren, wenn man daran glaubt, sind keine Realität. Im Kontext meines letzten Postings nehme ich mal den Weihnachtsmann als Beispiel. In der Realität meiner Kinder gibt es einen Weihnachtsmann. Irgendwann kommt der Tag an dem sie nicht mehr daran glauben. Spätestens dann zeigt sich meinen Kindern, dass er nicht zur Realität gehörte. Er verschwindet nämlich mit dem Glauben. Auf einmal ergibt alles auch ohne den Weihnachtsmann einen Sinn.

Wenn meine Kinder aber ab morgen glauben die nervige Nachbarin existiere nicht mehr, wird sie trotzdem bei nächster Gelegenheit klingeln und sich wegen des Lärms beschweren. Der Weihnachtsmann ist verschwunden, die Nachbarin nicht. Das ist Realität. Nicht gerecht, aber Realität.

Belibaste hat gesagt…

Also zweifelst du an der Theorie, dass die Katze in der Schachtel nur existiert wenn du daran glaubst? ;) (oder so ähnlich). Ich zweifle daran auch. Es ist nur nicht immer so leicht herauszufinden was Realität ist. Es gibt aber eben Theorien die sich damit beschäftigen und das anders sehen. Wenn jemand meint, unsere Realität würde sich auflösen wenn wir erkennen, dass sie keine ist (Schleier der Maja) - ist es dann Realität, oder nicht? Wenn jemand fragt "Bin ich nun ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der träumt, er sei ein Mensch?", ist es dann wirklich so einfach zu sagen was Realität ist? Gestern habe ich jemandem das Beispiel erzählt von dem Mann, der jahrelang mit Menschen redete, die andere nicht sehen konnten. Bis er endlich merkte, dass diese Menschen nicht alterten. Erst da glaubte er, dass er nur unter Halluzinationen litt - und die drei Personen verschwanden. Für ihn war das eine Realität, die sehr wohl verschwand, weil er aufhörte daran zu glauben. Auch wenn es keine materielle Realität ist, so war es doch eine psychische Realität.