18. Januar 2009

Das bißchen Sekte

Antje Blumenthal, ihres Zeichens Sektenexpertin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat sich gegenüber Spiegel Online gerade über den laxen Umgang mit Scientology empört. Und das nur weil eine Scientology nahe stehende Organisation mit dem schönen Namen "Jugend für Menschenrechte" einem Brandeburgischem Bürgermeister ein Filmchen untergejubelt hatte. Einer wie der folgende:



Nebenbei hatten auch DSF und sogar die UNO solche Filmchen gezeigt, ohne den Hintergrund der Organisation recherchiert zu haben.

Ich verstehe ja die ganze Aufregung nicht. Warum lässt man die kleine niedliche Vereinigung nicht einfach in Ruhe?
Manche klagen, Scientology beute psychisch labile Menschen finanziell aus und isoliere sie sozial. Ich glaube das nicht. Mir haben sie gestern erst neben dem KaDeWe einen kostenlosen Psychotest angeboten. Außerdem können doch Menschen, die (zumindest in ihren Filmen) so schön tanzen oder versuchen, den Führer in Stücke zu bomben keine schlechten Menschen sein.

Andere empören sich, dass Scientology einen Geheimdienst Namens OSA habe (zugegebenermaßen ungewöhnlich für Kirchen). Dieser habe die Aufgabe Kritiker und Aussteiger zu verfolgen und schikanieren. Dabei vergisst man aber, dass auch keine andere Kirche so schamlos von der freiheitlich demokratischen Grundordnung angegriffen wird. Da ist doch die Unterhaltung eines Geheimdienst quasi Notwehr.

Kommentare:

Schlotti hat gesagt…

Moin,
Seit wann ist es ungewöhnlich, dass Kirchen Geheimdienste unterhalten?
Ich möchte im Gegenteil behaupten, dass jede Kirche, die was auf sich hält, Geheimdienste unterhält!
Man denke nur an die christlichen Templer. Also wenn die nicht geheim sind!
Auch die Juden sind gut dabei. Wer, wenn nicht ein jüdischer Geheimdienst, hätte sonst vor 911 die jüdischen Angestellten im WTC warnen sollen?
Man kann wohl ebenfalls die Muslim-Bruderschaft (Hizb al-Ikhwan al-Muslimun) als Geheimdienst bezeichnen.
Bei etwas längerer Recherche kann man sicher solche Vereine im Dutzend finden.
Es ist also nicht ungewöhnlich, sondern im Gegenteil wohl eher die Regel, dass Kirchen Geheimdienste haben.
Dies verwundert mich im Übrigen nicht, denn eine Hauptaufgabe der Geheimdienste, nämlich lügen und tricksen, gehört zu Kirchen per Definition dazu ;-)

Anonym hat gesagt…

hab ich die ironie in diesem beitrag verpasst? falls du den bullshit ernst meinst zaphod sollte dich dringend dein raumsciff wieder abholen...informier dich mal ein wenig über scientology...
und schlotti sollte seine verschwörungstheorien eher im freigeistforum posten...

Arno Nyhm hat gesagt…

Klasse Zaphod. Ich hab tatsächlich kurz überlegt ob du das ernst meinst^^. Inzwischen glaube ich das soll Ironie sein, aber was genau willst du den Lesern mit diesem Blogeintrag sagen?


Heil Xenu^^!

Greetz. Anon, äh Arno Nyhm

Zaphod Beeblebrox hat gesagt…

Zur Ernsthaftigkeit des Artikels ein kleiner Hinweis: Im richtigen Leben bewerte ich die Glaubwürdigkeit eines Menschen nicht nach dem Tanzstil.
Mir sind die Gefahren, die durch Scientology drohen sehr wohl bekannt.

Und genau das war es, was ich sagen wollte. Wen Ihr aber kurz darüber nachdenken müsst, ob ich das ernst meine, gefällt mir das auch. :-)

Arno Nyhm hat gesagt…

Da bin ich ja beruhigt^^. Wußte nicht was ich davon halten sollte, weil du die harten Kritikpunkte an der CoS nicht benannt bzw. sehr vage gehalten hast.

Nicht erwähnt hattest du etwa Operation Snow White, die Umerziehungslager (RPF) und die vielen Todesfälle. Oder die Tatsache, das Hubbard ein Jahr ehe Dianetics publiziert wurde, auf einem Kongress von SciFi-Autoren darüber schwadronierte, dass man mit der Gründung einer eigenen Sekte wesentlich mehr Geld verdienen könne als als SciFi-Autor (was Hubbard ja zunächst auch war^^).

Vage gehalten hast du das mit dem Geheimdienst und der sozialen Isolation. Die CoS unterhält nicht einfach nen putzigen Geheimdienst, sondern den größten privaten Geheimdienst der Welt und die angesprochene Isolation wird auch mit hammerharten Mitteln erzwungen und durchgesetzt (Trennungsbefehle, Kontaktverbote, SP-Erklärungen...). Und das mit der psychischen Labilität stimmt so auch net ganz: die CoS ist in besonderem Maße um Rekrutierung vorzeigbarer Mitglieder, nicht seelischer Wracks bemüht. Das auch, aber halt nicht nur.

Egal, hast ja deine Motivation den Beitrag zu verfassen dargestellt, aber nun weißt du, weshalb ich zunächst irritiert war^^. Greetz.