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19. Mai 2008

Alle haben den Lama lieb

Seit das Christentum ein bißchen an Aktualität eingebüsst hat, sucht der sinnsuchende Mitteleuropäer nach einer neuen Religion. Da bot sich schnell der Buddhismus an. Wen könnte man da besser verehren, als einen alten Zausel, der als religiöser Führer eines buddhistischen Landes im Exil gilt.

Und was hat der nicht schon alles geleistet:

Er führte neun Jahre ein grausam feudales Land mit Leibeigenen, denen bei Garstigkeit auch gerne mal Körperteile abgeschnitten wurden. Was für eine Freude für alle Beteiligten!

Bis heute redet er ausgiebig von Toleranz und fordert Religionsfreiheit auf der Welt im Allgemeinen und seine Heimat im Speziellen. Seine eigene Toleranz endet aber, wenn es eine Buddhist wagt, an den Gott Dorje Shugden zu glauben.

Passend zu unserer modernen Welt trifft er bis heute seine Entscheidungen nach der Befragung von Orakeln.

Das liebt die Schöneberger Körnerfresserin. So durfte der Dalai Lama heute vor 15.000 debil grinsenden Berlinern sprechen. Die liessen sich von den Kalendersprüchen, die er seit Jahren als asiatische Weisheit verkauft, wiederholt zu Jubelarien überreden.
Die Tatsache, dass vor der umenschlichen Quälerei der buddhistischen Mönche durch die Chinesen eben diese Mönche den Rest der Bevölkerung gequält haben, war wieder kein Thema.

Mir war derweil ein wenig schlecht.

24. Januar 2008

Eigenlob stinkt

Auch Uwe Topper glaubt an eine erfunden Zeit. Ihm reichen aber die 297 Jahre nicht, die Herr Illig bereits wegargumentiert hat. Darüber scheinen die beiden auch so in Streit geraten zu sein, dass sie, obwohl früher Partner, heute nichts mehr voneinander wissen wollen.
Bei Amazon las ich diese interessante Buchkritik über ein Buch von Topper:

"Das neue Buch von Uwe Topper ist ein Schock für viele gebildete Menschen, wie sich seit einigen Monaten zeigt. Topper stellt uns deutlich vor Augen, daß in unserer gesamten Geschichtsschreibung, in unseren Vorstellungen von früheren Zeiten, in unserem Bewußtsein von unserer Vergangenheit ganz phantastische Dinge manipuliert wurden, deren Auswirkungen wir mit Kriegen und Neurosen auszubaden haben."

"Wer den Anschluß nicht verpassen will, muß Toppers neue Bücher lesen."


Das klingt ja alles sehr überzeugend. Ein kleiner Schönheitsfehler ist, dass der Autor des Buchs die Kritik selbst geschrieben hat:

"Der Autor Uwe Topper über sein Buch Erfundene Geschichte"

Aber Herr Topper, Eigenlob stinkt!

Die Buchbeschreibung bei Amazon

Erfundenes Mittelalter

Was haben wir in der Schule nicht alles über Karl den Großen lernen müssen. Dabei hat es den nie gegeben. Ebenso wie die gesamten Jahre 614 bis 911. Diese Erkenntnis hatte Heribert Illig und schiebt diese Fälschung jetzt abwechselnd Otto III. und Konstantinos Porphyrogenetos in die Schuhe. Alle anderen Kulturen haben dankenswerterweise auch mitgemacht. Damals war die Welt halt noch in Ordnung.

Natürlich gibt es da wieder Spielverderber. Die Sonnenfinsternisse, die historisch belegt sind, wollen so gar nicht in die Geschichte passen. Auch die Entstehung des Islam hätte quasi über Nacht stattfinden müssen. Das überzeugt mich aber nicht. Ich suche mir jetzt einen Kalender für das Jahr 1711.

Das will ich lesen!