Nachbar Klingsor hatte mich in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass Uri Geller mal wieder die Sendezeit von Pro 7 verplempern darf. Diesmal um nach Außerirdischen zu suchen. Dazu wurden Signale ins All geschickt und ebensolche aus dem All gesucht. Genau genommen wird das schon seit Jahren gemacht, aber unser israelische Hobbymagier war wohl der Meinung, dass sich die Aliens erst aus der Deckung wagen, wenn er nach ihnen ruft.
Bei einem so abendfüllenden Thema, kann man auch schon mal geschlagene zwei Stunden und 15 Minuten an einem Samstag Abend dafür opfern. Alternativ gab es "Das Supertalent" und den "Musikantenstadl". Da kann man sich ja auch mal einen Abend den zauseligen Besteckzerstörer ansehen.
Also "man". Nicht ich. Ich habe es nämlich recht schnell nicht mehr ausgehalten. Bei "Stargästen" wie Nina Hagen, Erich von Däniken und Johann Klum (wer ist eigentlich Johanna Klum?) braucht man eigentlich gar keinen Uri Geller mehr, um nach kürzester Zeit nur noch ungläubig den Kopf zu schütteln. Zum einen darüber, dass solche Gehirnakrobaten im Fernsehen auftreten dürfen, zum anderen darüber, dass sie dafür vermutlich mehr Geld bekommen als ich für meine sinnvolle Arbeit.
Auch nach mehr als zwei Stunden erfolgloser Suche hatte Uri Geller leider immer noch keiner mitgeteilt, dass die abgesandten Signale mehrere Jahre dauern würden, um potentiell bewohnte Planeten zu erreichen. Derweil hatte man bei der Ansicht dieser Ansammlung von pseudo-wissenschaftlichem Blödsinn und esoterischer Hirnlosigkeit schon Zweifel an der Existenz intelligenten Lebens auf unserem Planeten entwickelt.
Dass es einen großen qualitativen Unterschied gibt zwischen Sendungen in denen Doofe doof quatschen und solchen, in denen Intelligente doof quatschen, konnte man erleben, als das Leid endlich vorbei war: Im WDR begann Dittsche. Da war die Welt wieder in Ordnung.
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16. November 2008
28. Januar 2008
Was die Rechten so alles wissen
Wie vermutlich alle wissen, wird die Welt von Geheimgesellschaften regiert. Jan van Helsing hat mal alles über diese Geheimgesellschaften in einem Buch zusammengefasst. Von den Illuminaten über die Freimaurer bis zu den Rothschilds ist das ganze Programm der Weltbeherrscher vertreten. Ganz nebenbei wird der "Rosewell Fall" (Ausserirdische haben amerikanische Präsidenten belästigt) und das Kennedy Attentat aufgeklärt (die CIA war's. Ein nicht sehr innovativer Gedanke). Das scheint im Buchhandel so gut weg gegangen zu sein, dass man es schon lange kostenlos im Netz lesen kann. Es heißt "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert". Der Untertitel sollte vielleicht "Handreichungen für den Hobby-Paranoiker" lauten.
Man könnte gut der Meinung sein, der Autor sei antisemitisch (das glaubt zumindest das Mannheimer Landgericht) oder rechtsextrem (das meint der Verfassungsschutz), man könnte das Buch aber auch wegen Volksverhetzung verbieten (war zwischenzeitlich passiert). Man könnte aber auch glauben, dass es den Geheimgesellschaften ein Leichtes wäre ein kleines Licht, wie Jan Udo Holey (so heißt der Kollege im richtigen Leben) mundtot zu machen. Passiert aber nicht. Gut so, uns wäre eine illustre Sammlung an Verschwörungstheorien verloren gegangen.
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