Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

16. Oktober 2009

Viel Lärm um nichts?

Ich habe in der Vergangenheit zweimal über den Sinn und Unsinn von Internetsperren berichtet. Die alte Bundesregierung bemühte sich ja unter der Fahne von Ursula von der Leyen möglichst zügig, ein Zensur- und Kontrollinfrastruktur aufzubauen.

Im Rahmen der aktuellen Koalitionsgespräche ist das jetzt erstmal vom Tisch und Frau von der Leyen hat von der FDP die erste Watschen einstecken müssen. Jetzt verlangt die Regierung vom BKA das, was Kritiker schon von Anfang an gefordert haben: Sich um die Löschung und nicht die Sperre kinderpornographischer Inhalte zu kümmern.

Zwar soll das Vorgehen in einem Jahr dann nochmal geprüft werden, aber wohl nur, um dann das ganze Gesetzesvorhaben vom Tisch zu wischen, ohne das Gesicht zu verlieren.

Vielleicht hat auch der Stimmenanteil der Piraten bei der Bundestagswahl (immerhin 2%) gezeigt, dass man das Thema neue Medien (für viele Politiker ist das Internet noch neu) nicht ohne Expertise bearbeiten kann. Dann wurde wohl mal jemand gefragt, der sich mit dem Thema auskannte.

9. September 2009

Warum die Kinderpornos geblockt werden müssen...

...anstatt die Angebote einfach aus dem Netz zu nehmen.

Das ist die Frage, die Kritiker der Websperren immer wieder stellten. Die ehrliche Antwort von Zensursula von der Leyen hätte wohl lauten müssen: "Weil ich dann keinen Vorwand mehr habe meine Internetzensur durchzusetzen."

Das hat sie aber nicht gesagt. Stattdessen hat sie behauptet, es gebe eine Vielzahl von Staaten, in denen Kinderpornografie nicht strafbar wäre, Deutschland also keine Handhabe gegen diese Angebote hätte. Dem Hamburger Abendblatt sagte sie:

Die bittere Wahrheit ist, dass bisher nur die Hälfte der Länder Kinderpornografie ächtet. Das heißt, die andere Hälfte toleriert sie.

Sie behauptete also allen ernstes etwa 96 Länder (die UN zählt 192 Länder) tolerierten Kinderpornografie. Das ist natürlich Blödsinn! Vielmehr ächten viele Länder die Kinderpornografie nicht ausdrücklich, da in diesen Staaten Pornografie an sich unter Strafe steht.
Die Zahl hat Frau von der Leyen vermutlich vom International Center for Missing and Exploited Children, die 2006 eine Liste von 95 Staaten ohne Gesetz gegen Kindepornografie veröffentlicht hat. Dabei hat sich die Organisation (mit eigentlich hehren Zielen) auch nicht entblödet, Länder wie Afganistan oder den Iran aufzuzählen.

Dirk Landlau hat sich mal die Mühe gemacht diese Liste zu überprüfen. Das Ergebnis war ernüchternd für unsere Zensurministerin:
  • 71 von den 95 Staaten tolerieren keine Pornografie (was Kinderpornos natürlich einschließt)
  • Bei 9 Staaten konnte Landlau die Frage nicht abschließend beantworten. Das könnten also die"tolerierenden Staaten" sein
  • 15 Staaten haben kein Gesetz zur Ächtung der Kinderpornografie. Drei davon haben aber eines auf den Weg gebracht.
Von den 95 Staaten bleiben also nach genauerer Betrachtung maximal 21 übrig. 12 ohne entsprechende Gesetze und 9, bei denen man sich nicht sicher sein kann.

Ich erspare mir jetzt eine Auflistung diese Staaten. Die könnt Ihr gerne der oben genannten Liste entnehmen. Aber es sind wenige Länder dabei, denen ich eine Infrastruktur zutraue, die geeignet wäre weltweit Kinderpornos anzubieten.

Wie viel unsere kinderliebe Ministerin erreichen könnte, wenn es ihr wirklich um die Bekämpfung der Kinderpornografie ginge, zeigt eine weitere Auswertung, die Florian Walter aus Berlin auf seinem scusiblog veröffentlicht hat. Er erstellte eine Liste der Länder, in denen die kinderpornografischen Seiten gehostet werden, die auf der Norwegischen Sperrliste stehen. Hier die Top Six:
  1. USA (1431 URLs)
  2. Australien (188)
  3. Niederlande (177)
  4. Rußland (161)
  5. Kanada (100)
  6. Deutschland (78)
Statt diese Domains auf Zensurlisten zu pflegen, könnte man also der Einfachheit halber mal die entsprechenden Staaten informieren und vor der eigenen Tür fegen.

Dass dieses ganze Gebaren am Ende die Bekämpfung der Kinderpornografie eher behindert, beschreibt sikk in seinem Blog sehr gut. Ein langes Posting, aber es lohnt sich.

5. September 2009

Gotteslästerung

Im Juli ging große Empörung vor allem durch die englischsprachige Presse. "Jetzt sind wir also offiziell das religiös verblendetste Land der zivilisierten Welt", schrieb beispielsweise Ian O'Doherty über sein Heimatland Irland. Was war passiert?

Bei der Reform des Gesetzes zur üblen Nachrede, war auch ein Passus zur Blasphemie enthalten. Demnach kann Gotteslästerung in Irland mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro bestraft werden.
So albern man das heute finden mag, so gab es doch nur den Inhalt der irischen Verfassung von 1937 und eines entsprechenden Gesetzes von 1961 wieder. Es war also gar nichts Neues, was zur öffentlichen Diskussion geführt hatte.
Zugegebenermaßen hätte ein modernes Land einen solchen Paragraphen längst abgeschafft.

Das deutsche Strafgesetzbuch kennt hierzu übrigens den § 166. Der lautet:

(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.


Um sich in Deutschland strafbar zu machen, muss die Blasphemie also auch den "öffentlichen Frieden" stören, dann kann man dafür aber auch ins Gefängnis wandern.

27. April 2009

Die schleichende Zensur

Lange Zeit habe ich staunend beobachtet, wie unsere Familienministerin beim Thema Kinderpornosperre Ihre Unkenntnis in der Technik Gassi geführt hat. Immer wieder dachte ich "kann der Frau nicht endlich mal jemand erklären, wovon sie da spricht?" Je länger ich das mitanschaue, umso sicherer bin ich, dass Zensursula genau weiß, was sie tut.

Ganz vorsichtig hat sie zunächst behauptet, man müsse den Leuten, die mit Kinderpornographie Geld verdienen, den Hahn zudrehen. Von den Ermittlern hörte man aber schnell, dass es bisher keinen Hinweis darauf gibt, dass damit irgend jemand Geld verdient. Vielmehr tauscht der eine Perverse mit dem andern, bis jeder jedes erdenkliche Bild auf der Platte hat. So werden auch immer nur Konsumenten ermittelt, aber nie kommerzielle Anbieter. Es gibt sie schlicht gar nicht.
Dann hat Sie nachgelegt und angegeben, man müsse dafür sorgen, dass Unbeteiligte nicht "angefixt" werden. Der Gedanke ist so dämlich, dass ich ihn gar nicht kommentieren mag.

Inzwischen hat Sie eine nutzlose Sperre durchgesetzt, die nur solche Leute zu beeindrucken vermag, die von der Technik ebenso wenig verstehen, wie unsere Familienministerin selber.

Erst in den Tagen danach zeigte sich die wahre Größe der Supermama aus Niedersachsen. Am 20.04. war erstmals dem Gesetzentwurf zu entnehmen, dass die Zugriffe nicht nur gesperrt, sondern auch geloggt werden. Dabei besagt das vom Ministerium vorgstellte und oben gezeigte Stopp-Schild das genaue Gegenteil.

Weder Informationen zu Ihrer IP-Nummer noch andere Daten anhand derer Sie identifiziert werden können, werden [...] gespeichert...

Nachzulesen hier.

Jetzt, nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, kommt der nächste Schritt zum Überwachungsstaat. Das Bundesjustizministerium erwägt eine Echtzeitüberwachung der Zugriffe.

Ulrich Staudigl, Pressesprecher des Ministeriums schildert schon mal, wie man sich das in Zukunft vorzustellen hat:

Ein "aufgrund der Umleitung zur Stoppseite erfolgloser Versuch, eine Internetseite mit kinderpornographischem Material aufzurufen, erfüllt die Voraussetzungen dieses Straftatbestands und begründet daher den für strafrechtliche Ermittlungen notwendigen Anfangsverdacht".

Nochmal auf Deutsch: Einen falschen Link anklicken, schon droht die Strafverfolgung.

Die Ministerien für Familie, Justiz und Inneres haben unter dem Deckmantel des Kinderschutzes also erfolgreich ein Zensurwerkzeug in den Dienst gestellt. Im nächsten Schritt wird es zum Überwachungsinstrument ausgebaut.
Was als nächstes kommt dürfte klar sein. Lobbygruppen fordern, dass auch Tauschseiten für Musik und Filme auf die Liste kommen. Auch Wikileaks ist schon vielen ein Dorn im Auge. Insgesamt wären Internetnutzungsprofile bei der Generierung eines Anfangsverdachts sicherlich hilreich.

Wie gut, dass es noch offene Proxys gibt. Dagegen würde Ursula sicherlich auch vorgehen, wenn sie etwas davon verstünde.

23. Februar 2009

Wie man als Volk entscheidet

Meine Leser, die nicht aus Berlin kommen, werden vermutlich gar nicht wissen, dass bei uns am 26.04.09 ein Volksentscheid ansteht. Es geht um den Religionsunterricht, der nämlich in Berlin vernünftigerweise kein Pflichtfach ist, sondern ein freiwilliges Angebot. Stattdessen gibt es ab der siebten Klasse das Fach Ethik als Pflichtfach.
Ein moralische Erziehung ohne den allwissenden Zausel, der von seiner Wolke den großen Lauschangriff laufen lässt, ist den Pfaffen natürlich ein Dorn im Auge. Daher gab es ein Volksbegehren mit dem Ziel Ethik durch ein nach Konfessionen getrenntes Fach "Ethik/Religion" zu ersetzen.

So weit, so schlecht. Ich habe schon mehrfach den Bildungsauftrag meines Blogs betont. Daher möchte ich die Berliner unter meinen Lesern heute über den richtigen Umgang mit dem Volksentscheid aufklären. Mein Tipp: Nicht beachten!

Der Grund dafür liegt im Gesetz über Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid selber. In § 36 wird nämlich beschrieben, was passieren muss, damit ein Volksentscheid erfolgreich und für den Berliner Gesetzgeber bindend ist:

Ein Gesetzentwurf oder ein sonstiger Beschlussentwurf ist
durch Volksentscheid angenommen, wenn die Mehrheit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und zugleich mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmt.


Bei 2,44 Mio. Wahlberechtigten müssen also mindestens 610.000 Berliner dafür stimmen. Selbst wenn das passieren sollte, würden die Pro-Reli-Gegner mehr als 610.000 Stimmen benötigen, um die Anachronisten aus den Schulen fernzuhalten. Das wäre eine Wahlbeteiligung von mehr als 50%. Zur Erinnerung, an der letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus haben sich gerade mal 58% der Wahlberechtigten beteiligt. Das wird wohl nicht passieren.

Ich jedenfalls bleibe zu Hause und hoffe auf das gleiche Ergebnis wie beim letzten Volkentscheid in Berlin. Die Tempelhofbefürworter hatten zwar die Mehrheit der Wähler, aber nur 22% der Wahlberechtigten.

22. Februar 2009

Die Schattenseiten der Informationsfreiheit

James Tilton ist Lastwagenfahrer bei Yellow Transportation in San Francisco. Am 20. August des letzten Jahres hat er 2.200 $ für eine Organisation gespendet, die sich für ein Verbot von Homo-Ehen in Kalifornien einsetzt.
Spannend daran ist weniger, dass es in Amerika einen Haufen Homophober gibt, die sich gerne in die Leben anderer Einmischen und dafür bereit sind das sauer verdiente Geld auszugeben. (Wie viel mag wohl ein amerikanischer Lasterfahrer verdienen?) Bemerkenswert ist eher, dass ich diese Information so einfach bekommen kann, jemand anderer sie also problemlos beschaffen und ins Netz stellen kann.
Der Grund liegt in einem kalifornischem Gesetz, nachdem Spenden in bestimmter Höhe veröffentlicht werden müssen, um Korruption zu bekämpfen. Dann kommt ein fragwürdiges (weil quasi nicht existentes) Datenschutzrecht in Amerika und Google-Maps dazu. Schon kann sich jemand die Mühe machen und alle Spender für das Homo-Ehenverbot übersichtlich auf einer Karte darstellen.

Meine Sympathie für Menschen wie Mr. Tilton hält sich zugegebenermaßen in Grenzen, aber mit diesem Tool ließe sich ja noch viel mehr anstellen. Unsere Neurechten könnten alle Antifa-Mitglieder oder Ausländer übersichtlich auflisten, damit nicht mal versehentlich das falsche Haus brennt. Scientology könnte seine Gegner auf einer Karte eintragen. Was auch immer die anderen Sektenmitglieder damit anfangen.
Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Da hilft dann auch das deutsche Datenschutzrecht wohl nicht mehr viel.

18. Januar 2009

Das bißchen Sekte

Antje Blumenthal, ihres Zeichens Sektenexpertin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat sich gegenüber Spiegel Online gerade über den laxen Umgang mit Scientology empört. Und das nur weil eine Scientology nahe stehende Organisation mit dem schönen Namen "Jugend für Menschenrechte" einem Brandeburgischem Bürgermeister ein Filmchen untergejubelt hatte. Einer wie der folgende:



Nebenbei hatten auch DSF und sogar die UNO solche Filmchen gezeigt, ohne den Hintergrund der Organisation recherchiert zu haben.

Ich verstehe ja die ganze Aufregung nicht. Warum lässt man die kleine niedliche Vereinigung nicht einfach in Ruhe?
Manche klagen, Scientology beute psychisch labile Menschen finanziell aus und isoliere sie sozial. Ich glaube das nicht. Mir haben sie gestern erst neben dem KaDeWe einen kostenlosen Psychotest angeboten. Außerdem können doch Menschen, die (zumindest in ihren Filmen) so schön tanzen oder versuchen, den Führer in Stücke zu bomben keine schlechten Menschen sein.

Andere empören sich, dass Scientology einen Geheimdienst Namens OSA habe (zugegebenermaßen ungewöhnlich für Kirchen). Dieser habe die Aufgabe Kritiker und Aussteiger zu verfolgen und schikanieren. Dabei vergisst man aber, dass auch keine andere Kirche so schamlos von der freiheitlich demokratischen Grundordnung angegriffen wird. Da ist doch die Unterhaltung eines Geheimdienst quasi Notwehr.

19. Oktober 2008

Willkommen im Club (2)

Vor ein paar Tagen berichtete ich darüber, wie schnell bei den Geistfreien aus einem Unfalltod ein Mord wird. Seitdem hat sich die Legendenbildung keineswegs beruhigt. Acht Tage nach seinem Tod, haben sich inzwischen über 2300 Posts zu Jörg Haider angesammelt. Das ist im Durchschnitt ein Post alle drei Minuten Tag und Nacht.

Dabei erschrickt zum einen, welche Heldenverehrung das Forum für rechte Politiker bereit hält, zum anderen aber auch, welche wirre Thesen zu seinem Tod verbreitet werden. Stimmen, die nicht alles anzweifeln, nur weil es aus offiziellen Quellen stammt, werden gemeinschaftlich nieder geschrieben oder schlicht gesperrt. Nicht jeder macht das mit. Ein Nutzer schreibt als letzten und 7162ten Beitrag:

Dein einseitiges Abbügeln der User, die nicht in die Mordkerbe hauen,
ist nicht zu übersehen und hat meinen persönlichen Vorrat an Nachsicht gegenüber deiner Funktion als Admin, mehr als erschöpft.

@Alle
Ich verabschiede mich deshalb aus dem Forum und danke an dieser Stelle Allen,
die sich fair und sachlich ausgetauscht haben. Smiley

Lebt wohl
Kamille


Fassen wir noch mal zusammen: Es wurde gemeldet Haider sei nach einer Parteiveranstaltung bei 142 km/h und 1,8 Promille in seinem Auto tödlich verunglückt.

Jetzt könnte man zu dem Schluss kommen ein rechte Politiker habe zu tief ins Glas geschaut und sei zu schnell gefahren. Damit habe er auf sehr ungesunde Art und Weise zwei der verbreitetsten Unfallursachen miteinander kombiniert. Nun müsse man froh sein, dass keine Unbeteiligten zu schaden kamen.

Anders bei den notorisch verfolgten Freigeistern, die aus offiziellen Verlautbarungen zunächst immer schliessen, dass es so ganz gewiss nicht abgelaufen sein kann.

Hier mal eine kleine Auswahl von Thesen:

Die Theorie mit dem Verblenden ist nichtmal so abwegig. Der, der ihn geblendet und gleichzeitig seine Bordelektronik gestört hat, könnte auf der Querstraße dieser Bundesstraße gestanden haben.

Damit wird immer deutlicher, das Sprengstoff im Spiel gewesen sein muß. Das würde auch die merkwürdigen Verformungen des Wagens erklären.

[...]Da findet man einige Pkw, die sich unter einen Lkw geschoben haben und genauso aussehen wie der zerdrückte Phaeton. Und zwar müßte der Lkw, m.E. dann auf der Abbiegespur nach links gestanden haben.

Theoretisch kann man ja jemanden ins Auto reinbasteln ( mal Beine drausen, mal nicht, mal Verletzungen viele ,mal eine am Bauch...), und den echten J.H. entführt haben.


Die letzte Theorie finde ich besonders toll. Haider lebt noch. Ich warte jetzt bis das erste mal Ausserirdische oder die vorher beschriebenen Reptiloiden ins Spiel kommen.

3. Oktober 2008

Deutschland erwacht...

...und es ist wie immer: Nationalistische Bewegungen werden von den hirnlosesten Vertretern der jeweiligen Nation voran getrieben. Insofern ist das Freigeistforum natürlich ein gut gedüngtes Beet für alle menschenverachtenden Gedanken.

Vor fast einem Jahr haben sich einige Hoteliers in Brandenburg zusammen gefunden und beschlossen die Hirntoten den DVU und der NPD nicht mehr in ihren Häusern übernachten zu lassen. Ein an sich lobenswerter Gedanke, wie ich finde.

Das rechte Esopack fühlt sich natürlich spontan bemüßigt, die Rechte der Nazis auf gute Hotelzimmer zu verteidigen. Und das mit Argumenten, die sich gut in den üblichen Schwachsinn rechtsradikaler Foren einfügen würde.

Sind doch Alles pauschale Diskriminierungen. Davor müssen alle Menschen geschützt werden und seien es Leute, die Hitler für "zu gemässigt" halten. [...] Ich habe mir ernsthaft überlegt einfach aus Solidarität gegen diese alltäglichen Diskriminierungen der NPD beizutreten.

"Nazis sind hier nicht erwünscht" ist bei mir dasselbe wie "Ausländer raus"
Es besteht da kein wirklicher Unterschied
Oder ist irgendein(e) Mensch(engruppe) besser als der/die andere?

Wäre ja schade, wenn es die "Nazis" nichtmehr geben würde (ich weiß bis heute nicht wer oder was damit gemeint sein soll bzw ich kenne zumindest keinen Nazi der unter 80 ist) denn dann hätte man ja keinen Sündenbock für alles und kein Feindbild mehr, der Nazi wird den Satan bestimmt bald abgelöst haben als Buhmann.


Auch eine interessante Form des Opportunismus im Umgang mit Nazis habe ich zu dem in dem Thema gefunden:

also .. nazis sind irgendwo gesehen auch freigeister ... auch wenn ich mit derer meinung auf gar kienen fall übereinstimmen kann , ist es doch besser ihnen hier die freiheit zu lassn anstatt das sie auf die straße gehen und prügeln

Das ist doch eine nahe liegende Lösung: Lassen wir die Nazis machen, sonst hauen sich die armen Jungs doch nur wieder in aller Öffentlichkeit.
Zum Abschluss noch eine echte Einsicht im Freigeistforum:

ich meine freigeist heißt noch lange nicht zwingend positiv ...

27. März 2008

Esoterik und die Rechten (2)

Die Intelligenzbolzen im Geistfreiforum diskutieren seit inzwischen zehn Tagen die Frage, ob Nazis wirklich böse waren. In dieser Zeit haben die einen 43-Seitenthread voll geschrieben. Ich habe noch nie gesehen, dass ein Thread in einem Forum so schnell gefüllt wird.
Hier die schönsten Zitate:

Tatsächlich versuchte die damalige politische Führung [die Nazis, Anm. Zaphod], Deutschland autark zu machen und zu einigen. Ebenso wurde versucht, die Gruppierung aufzudecken, die die Weltherrschaft anstrebt seit über 100 Jahren (wenn nicht sogar schon länger) und sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Ich glaube schon, dass die Nazis letztendlich für den Rest der Menschheit "böse" waren, aber meist mit der Absicht etwas Gutes zu tun.

Ich denke mal, es sind diese Blockwarte, denen das meiste des Unheils damals und auch heute anzulasten ist, wogegen ich die "Nazis" eher als gescheiterte Idealisten sehe würde.

Von einer Rückführungstherapeutin weiß ich, dass Leute, die heute überall Nazis sehen, entweder früher von ihnen verfolgt wurden bzw. sogar selber welche waren und dann im heutigen Leben schwerpunktmässig gegen (häufig) vermeintliche Nazis kämpfen, um einen Ausgleich zu ihrer damaligen "Schuld" zu schaffen...


Zugegebenermaßen gibt es auch Stimmen, die die Verharmlosung der Nazis kritisieren. In anderen Foren würden Posts, wie die oben zitierten, trotzdem wohl schleunigst gelöscht. Natürlich glauben wir nicht, dass Jo solchen Ansichten nahe steht. Wo denkt Ihr hin? Er distanziert sich ja auch immer artig und halbherzig ääh überzeugend. Er stellt aber bereitwillig eine Plattform für jede Form von nicht nur idiotischen, sondern auch gefährlichen Ansichten bereit.

26. März 2008

Esoterik und die Rechten

Je länger man sich mit Esoterik, Pseudowissenschaften und ähnlich wirren Ideen auseinandersetzt, umso mehr bemerkt man eine immer wiederkehrende Nähe zu rechtem Gedankengut. Einige Beispiele:

Die Antroposophische Gemeinschaft hat bis heute Probleme, sich von dem rassistischem und völkischem Gedankengut des Gründers Rudolph Steiner zu distanzieren. ("Wer seine 'Ich-Wesenheit' zu wenig entwickelt hat wird zum 'Neger'")

Die Germanische Neue Medizin ist ganz offen antisemitisch, trotzdem haben die Jünger von Ryke Geerd Hamer damit offenbar keine Probleme. ("Wir Nichtjuden werden gezwungen, weiterhin die jüdische Schulmedizin zu praktizieren. [...] 15 Millionen Eurer Mitbürger aus Eurem Volke sind in den letzten 20 Jahren [durch diese] umgebracht worden [...].")

Die Bücher von Jan Udo Holey sind in der Esoterikszene sehr beliebt. Und das, obwohl die Ideen weitgehend abgeschrieben und offen antisemitisch sind (zumindest laut Landgericht Mannheim) und rechtsextrem (laut Verfassungsschutz).

Trutz Hardo ist unter Esoterikern beliebt als Experte für "Reinkarnation". Darüber hinaus ist er veruteilt wegen Volksverhetzung. Er hatte sinngemäß geschrieben, die Juden hätten ihr Schicksal im zweiten Weltkrieg durch Fehler inn vorherigen Leben selbst ausgesucht hatten.

Auch dem bei mir so beliebten Jo Conrad wird ja immer wieder Nähe zu rechtem Gedankengut nachgesagt. Er dementiert fleißig, arbeitete aber immer wieder mit Jan Udo Holey zusammen.

Woher kommt bei den ach so innovativen Ideen die Nähe zu den Ewiggestrigen? Sind es die einfachen Antworten auf komplexe Fragen? Ist es einfach die eigene Paranoia auf altbekannte Feindbilder zu beziehen?
Ich weiß es nicht, bin aber immer wieder einigermaßen verblüfft mit welcher Selbstverständlichkeit sich die Esoteriker in die Näher der Rechten und deren Meinungen bewegen.

26. Februar 2008

Feng Shui im Bundesministerium

"Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales."

So heißt es auf der offiziellen Website. Die BAuA wird also von Steuergeldern bezahlt und bezeichnet sich selbst als "Kompetenzpool und Wissensdienstleisterin in Sachen Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit"

Welches Wissen da so auf Kosten der Steuerzahler angesammelt wird, kann man in der Publikation "Wohlbefinden im Büro" nachlesen. Da heißt es im Kapitel "Die Energie fliessen lassen! Feng Shui im Büro":

"Nach dieser viele tausend Jahre alten Vorstellung besteht nicht nur der gesamte Kosmos aus dieser Substanz, Chi fließt auch im Menschen und lenkt unsere seelische und geistige Entwicklung" Oder: "Und warum sollten sich Feng Shui und Arbeitsschutz dann nicht die Hand reichen...?"

Nun könnte normalen Menschen das zu unwissenschaftlich oder gar esoterisch Vorkommen. Aber mitnichten:

"Wem das alles zu unwissenschaftlich oder gar esoterisch vorkommt, der möge an eine mittlerweile auch von der Schulmedizin akzeptierte Heilmethoden denken: die Akupunktur. So wie der Akupunkteur durch Nadelstiche an bestimmten Punkten den Energiefluss im Körper anzuregen und zu beeinflussen versucht, bedient sich der Feng Shui-Praktiker ganz ähnlicher Hilfsmittel, z.B. Gegenstände, um das Chi eines Ortes ins Fließen zu bringen."

Das ist toll, wie hier eine Pseudowissenschaft mit einer anderen Pseudowissenschaft begründet wird.

Hier ist das Originaldokument.

17. Februar 2008

Die Violetten

Jetzt, da sich die Linken von Ewiggestrigen in die ganz linke Sackgasse haben führen lassen, suche ich natürlich nach einer politischen Alternative! Die habe ich inzwischen gefunden! Die Violetten, die Partie für spirituelle Politik, traten sogar zur Bundestagswahl 2005 an. Es hat leider nicht ganz gereicht. Exakt 2440 Zweitstimmen (davon waren etwa ein Virtel die Parteimitglieder) reichten leider nur für gerundete 0,005%. Aber die nächsten Wahlen stehen ja vor der Tür. Hier ein paar Ausschnitte aus dem Wahlprogramm:

Zur Gesundheitspolitik: "Da es einen »Zufall« im üblichen Sinne des Wortes nicht gibt, haben auch Krankheiten oft einen tieferen Sinn, es liegen Ursachen vor, die es aufzudecken und zu behandeln gilt, damit der Heilungsprozess einsetzen kann. [...] Dazu wird es Genesungsstätten geben, die dem kranken Menschen im geistigen, seelischen und körperlichen Bereich ein Optimum an Pflege, Harmonie und Stärkung zuführen."

Oder zum Rechtswesen: "Der »Strafvollzug« ist in erster Linie als Aufklärung der »Straftäter« über ihre Tat und die Bedeutung der Gemeinschaft für den Einzelnen anzusehen. Es werden z. B. Meditationsübungen und Seminare zur Bewusstseinsentwicklung angeboten. Der »Straftäter« trägt dazu bei, den von ihm angerichteten Schaden wieder gutzumachen."

Ein Urteilsspruch zu 2 Jahren Meditation auf Bewährung ist also nicht mehr fern. Da geh' ich doch lieber ins Arbeitslager!

14. Februar 2008

DDR - eigentlich eine feine Idee

Kennt jemand Christel Wegner? Nein? Aber bald! Sie macht sich gerade einen Namen als visionäre Vordenkerin. Die Dame ist DKP-(ja, die gibt es noch) Mitglied und sitzt für die Linken im Niedersächsischen Landtag.
Jetzt hatte sie eine tolle Idee: Sie möchte die Stasi zurück, um uns vor "antirevolutionären Kräften" zu schützen. Ich hatte ja schon die Revolution gar nicht bemerkt gegen die diese Kräfte arbeiten könnten. Oder kommt die noch?
Darüber hinaus fand sie auch die Mauer eine tolle Idee. Und zwar weil, aufgemerkt, sie verhinderte, "dass weiterhin Westdeutsche in die DDR konnten". Wieder ein Fakt der Deutschen Geschichte, der unbemerkt an mir vorüber gezogen war. Die Wessis haben der Zone die Türen eingerannt, nicht etwa umgekehrt. Zu sehen ist das ganze heute in Panorama.
Ich finde es ja auch wichtig, eine starke Organisation im Land zu haben, die den Staat gegen die Bürger schützt. Insofern ist die Forderung nach der Stasi ja begründet. Dann kommen auch die ganzen alten Kader endlich von der Staße weg. Aber ist das nicht zu kurz gedacht? War die GeStaPo nicht viel effektiver?

28. Januar 2008

Was die Rechten so alles wissen

Wie vermutlich alle wissen, wird die Welt von Geheimgesellschaften regiert. Jan van Helsing hat mal alles über diese Geheimgesellschaften in einem Buch zusammengefasst. Von den Illuminaten über die Freimaurer bis zu den Rothschilds ist das ganze Programm der Weltbeherrscher vertreten. Ganz nebenbei wird der "Rosewell Fall" (Ausserirdische haben amerikanische Präsidenten belästigt) und das Kennedy Attentat aufgeklärt (die CIA war's. Ein nicht sehr innovativer Gedanke).
Das scheint im Buchhandel so gut weg gegangen zu sein, dass man es schon lange kostenlos im Netz lesen kann. Es heißt "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert". Der Untertitel sollte vielleicht "Handreichungen für den Hobby-Paranoiker" lauten.
Man könnte gut der Meinung sein, der Autor sei antisemitisch (das glaubt zumindest das Mannheimer Landgericht) oder rechtsextrem (das meint der Verfassungsschutz), man könnte das Buch aber auch wegen Volksverhetzung verbieten (war zwischenzeitlich passiert). Man könnte aber auch glauben, dass es den Geheimgesellschaften ein Leichtes wäre ein kleines Licht, wie Jan Udo Holey (so heißt der Kollege im richtigen Leben) mundtot zu machen. Passiert aber nicht. Gut so, uns wäre eine illustre Sammlung an Verschwörungstheorien verloren gegangen.

Hier zum Nachlesen!