James Tilton ist Lastwagenfahrer bei Yellow Transportation in San Francisco. Am 20. August des letzten Jahres hat er 2.200 $ für eine Organisation gespendet, die sich für ein Verbot von Homo-Ehen in Kalifornien einsetzt.
Spannend daran ist weniger, dass es in Amerika einen Haufen Homophober gibt, die sich gerne in die Leben anderer Einmischen und dafür bereit sind das sauer verdiente Geld auszugeben. (Wie viel mag wohl ein amerikanischer Lasterfahrer verdienen?) Bemerkenswert ist eher, dass ich diese Information so einfach bekommen kann, jemand anderer sie also problemlos beschaffen und ins Netz stellen kann.
Der Grund liegt in einem kalifornischem Gesetz, nachdem Spenden in bestimmter Höhe veröffentlicht werden müssen, um Korruption zu bekämpfen. Dann kommt ein fragwürdiges (weil quasi nicht existentes) Datenschutzrecht in Amerika und Google-Maps dazu. Schon kann sich jemand die Mühe machen und alle Spender für das Homo-Ehenverbot übersichtlich auf einer Karte darstellen.
Meine Sympathie für Menschen wie Mr. Tilton hält sich zugegebenermaßen in Grenzen, aber mit diesem Tool ließe sich ja noch viel mehr anstellen. Unsere Neurechten könnten alle Antifa-Mitglieder oder Ausländer übersichtlich auflisten, damit nicht mal versehentlich das falsche Haus brennt. Scientology könnte seine Gegner auf einer Karte eintragen. Was auch immer die anderen Sektenmitglieder damit anfangen.
Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Da hilft dann auch das deutsche Datenschutzrecht wohl nicht mehr viel.
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22. Februar 2009
4. Februar 2009
Verrückt oder genial?
Stellt Euch vor, jemand erzählte Euch, dass die Menschen nicht etwa durch die Evolution entstanden sind, sondern von einem versunkenen Kontinent kommen, es zwei Jesuskinder gegeben habe, das Gehirn aus dem Darm entstehe und er wisse das alles ganz sicher aus einem unsichtbaren Buch.
Das ist eine zeitlang ganz lustig. Spätestens aber wenn dieser offenbar gestörte Zeitgenosse noch begehrt Eure Kinder erziehen zu dürfen und hierzu auch Gewalt für ein probates Mittel hält, würde man ihn doch mit dem nächsten verfügbaren Kochlöffel aus dem eigenen Aktionsradius prügeln und hoffen, dass er nicht mehr lange frei rumläuft.
Das war aber nicht immer so. Der Mann hat es geschafft eine weltweit verbreitete Weltanschauung inklusive Wirtschaftsimperium zu gründen. Man nennt das Anthroposophie. Dazu gehören Firmen wie Demeter, Weleda, GLS Gemeinschaftsbank, Öko Bank, Dr. Hauschka Kosmetik und viele andere mehr. Die Erziehung nennt man Waldorfpädagogik.
Alle oben genannten Ideen hat der Gründer Rudolph Steiner tatsächlich gesagt oder geschrieben und als Wahrheit verkündet.
Das zeigt deutlich, wie schmal der Grad zwischen schizophrenem Paranoiker und Guru ist. Wenn die richtige Zeit und die richtigen Leute zusammen kommen, wird aus einer wirren Idee schnell eine Weltanschauung. Weitere Beispiele gefällig?
Geerd Ryke Hamer (der hat sich immerhin von seinem toten Sohn erklären lassen, was es mit dem Krebs so auf sich hat und wie er zu heilen ist. Vom Tod seiner Patienten lassen er und seine Jünger sich nicht beeindrucken.)
Lafayette Ron Hubbard (Der erzählt uns immerhin, dass ein galaktischer Herrscher vor 75 Mio Jahren einen Teil seiner Bevölkerung auf die Erde brachte, an Vulkanen aufschichtete und Wasserstoffbomben zündete. Unter den Geistern dieser Menschen (Tethane) leiden heute immer noch alle, die nicht alle Ersparnisse bei seiner Sekte verklappen.)
Eine gut ausgestattete Psychiatrie hätte in diesen Fällen wohl viel Leid von der Erde ferngehalten.
Das ist eine zeitlang ganz lustig. Spätestens aber wenn dieser offenbar gestörte Zeitgenosse noch begehrt Eure Kinder erziehen zu dürfen und hierzu auch Gewalt für ein probates Mittel hält, würde man ihn doch mit dem nächsten verfügbaren Kochlöffel aus dem eigenen Aktionsradius prügeln und hoffen, dass er nicht mehr lange frei rumläuft.
Das war aber nicht immer so. Der Mann hat es geschafft eine weltweit verbreitete Weltanschauung inklusive Wirtschaftsimperium zu gründen. Man nennt das Anthroposophie. Dazu gehören Firmen wie Demeter, Weleda, GLS Gemeinschaftsbank, Öko Bank, Dr. Hauschka Kosmetik und viele andere mehr. Die Erziehung nennt man Waldorfpädagogik.
Alle oben genannten Ideen hat der Gründer Rudolph Steiner tatsächlich gesagt oder geschrieben und als Wahrheit verkündet.
Das zeigt deutlich, wie schmal der Grad zwischen schizophrenem Paranoiker und Guru ist. Wenn die richtige Zeit und die richtigen Leute zusammen kommen, wird aus einer wirren Idee schnell eine Weltanschauung. Weitere Beispiele gefällig?
Geerd Ryke Hamer (der hat sich immerhin von seinem toten Sohn erklären lassen, was es mit dem Krebs so auf sich hat und wie er zu heilen ist. Vom Tod seiner Patienten lassen er und seine Jünger sich nicht beeindrucken.)
Lafayette Ron Hubbard (Der erzählt uns immerhin, dass ein galaktischer Herrscher vor 75 Mio Jahren einen Teil seiner Bevölkerung auf die Erde brachte, an Vulkanen aufschichtete und Wasserstoffbomben zündete. Unter den Geistern dieser Menschen (Tethane) leiden heute immer noch alle, die nicht alle Ersparnisse bei seiner Sekte verklappen.)
Eine gut ausgestattete Psychiatrie hätte in diesen Fällen wohl viel Leid von der Erde ferngehalten.
21. Januar 2009
Cruise mal ganz cool
Tom Cruise, seines Zeichens ja bekennender (wenn nicht fanatischer) Scientologe, ist in der Regel eher ungehalten, wenn man die Sekte seiner Wahl kritisiert. Anläßlich der Premiere seines neuen Films haben sich trotzdem wieder einige Demonstranten, insbesondere von Anonymous, eingefunden um mitzuteilen, dass Psychosekten nicht jedermanns Sache sind.
Einer hatte es mit Maske, mit der sich die Anonymous-Protestanten üblicherweise maskieren, sogar bis an den roten Teppich geschafft. Ich habe damit gerechnet, dass zunächst Cruise' Bodyguards, dann der scientology-eigene Geheimdienst und abschliessend eine Armada willfähriger Anwälte auf ihn angesetzt werden. Aber mitnichten. Cruise nahm die Maske und signierte sie. Inklusive Peace-Zeichen.
Ich gebe es nur ungerne zu: Das war ja mal cool. Nicht so cool, dass ich für einen Film, mit dem er sich bei den Deutschen anbiedern will, Geld ausgeben würde. Aber cool.
But don't you forget: Scientology still sucks!
Einer hatte es mit Maske, mit der sich die Anonymous-Protestanten üblicherweise maskieren, sogar bis an den roten Teppich geschafft. Ich habe damit gerechnet, dass zunächst Cruise' Bodyguards, dann der scientology-eigene Geheimdienst und abschliessend eine Armada willfähriger Anwälte auf ihn angesetzt werden. Aber mitnichten. Cruise nahm die Maske und signierte sie. Inklusive Peace-Zeichen.
Ich gebe es nur ungerne zu: Das war ja mal cool. Nicht so cool, dass ich für einen Film, mit dem er sich bei den Deutschen anbiedern will, Geld ausgeben würde. Aber cool.
But don't you forget: Scientology still sucks!
18. Januar 2009
Das bißchen Sekte
Antje Blumenthal, ihres Zeichens Sektenexpertin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat sich gegenüber Spiegel Online gerade über den laxen Umgang mit Scientology empört. Und das nur weil eine Scientology nahe stehende Organisation mit dem schönen Namen "Jugend für Menschenrechte" einem Brandeburgischem Bürgermeister ein Filmchen untergejubelt hatte. Einer wie der folgende:
Nebenbei hatten auch DSF und sogar die UNO solche Filmchen gezeigt, ohne den Hintergrund der Organisation recherchiert zu haben.
Ich verstehe ja die ganze Aufregung nicht. Warum lässt man die kleine niedliche Vereinigung nicht einfach in Ruhe?
Manche klagen, Scientology beute psychisch labile Menschen finanziell aus und isoliere sie sozial. Ich glaube das nicht. Mir haben sie gestern erst neben dem KaDeWe einen kostenlosen Psychotest angeboten. Außerdem können doch Menschen, die (zumindest in ihren Filmen) so schön tanzen oder versuchen, den Führer in Stücke zu bomben keine schlechten Menschen sein.
Andere empören sich, dass Scientology einen Geheimdienst Namens OSA habe (zugegebenermaßen ungewöhnlich für Kirchen). Dieser habe die Aufgabe Kritiker und Aussteiger zu verfolgen und schikanieren. Dabei vergisst man aber, dass auch keine andere Kirche so schamlos von der freiheitlich demokratischen Grundordnung angegriffen wird. Da ist doch die Unterhaltung eines Geheimdienst quasi Notwehr.
Nebenbei hatten auch DSF und sogar die UNO solche Filmchen gezeigt, ohne den Hintergrund der Organisation recherchiert zu haben.
Ich verstehe ja die ganze Aufregung nicht. Warum lässt man die kleine niedliche Vereinigung nicht einfach in Ruhe?
Manche klagen, Scientology beute psychisch labile Menschen finanziell aus und isoliere sie sozial. Ich glaube das nicht. Mir haben sie gestern erst neben dem KaDeWe einen kostenlosen Psychotest angeboten. Außerdem können doch Menschen, die (zumindest in ihren Filmen) so schön tanzen oder versuchen, den Führer in Stücke zu bomben keine schlechten Menschen sein.
Andere empören sich, dass Scientology einen Geheimdienst Namens OSA habe (zugegebenermaßen ungewöhnlich für Kirchen). Dieser habe die Aufgabe Kritiker und Aussteiger zu verfolgen und schikanieren. Dabei vergisst man aber, dass auch keine andere Kirche so schamlos von der freiheitlich demokratischen Grundordnung angegriffen wird. Da ist doch die Unterhaltung eines Geheimdienst quasi Notwehr.
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