Posts mit dem Label Religion werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Religion werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

5. September 2009

Gotteslästerung

Im Juli ging große Empörung vor allem durch die englischsprachige Presse. "Jetzt sind wir also offiziell das religiös verblendetste Land der zivilisierten Welt", schrieb beispielsweise Ian O'Doherty über sein Heimatland Irland. Was war passiert?

Bei der Reform des Gesetzes zur üblen Nachrede, war auch ein Passus zur Blasphemie enthalten. Demnach kann Gotteslästerung in Irland mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro bestraft werden.
So albern man das heute finden mag, so gab es doch nur den Inhalt der irischen Verfassung von 1937 und eines entsprechenden Gesetzes von 1961 wieder. Es war also gar nichts Neues, was zur öffentlichen Diskussion geführt hatte.
Zugegebenermaßen hätte ein modernes Land einen solchen Paragraphen längst abgeschafft.

Das deutsche Strafgesetzbuch kennt hierzu übrigens den § 166. Der lautet:

(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.


Um sich in Deutschland strafbar zu machen, muss die Blasphemie also auch den "öffentlichen Frieden" stören, dann kann man dafür aber auch ins Gefängnis wandern.

1. Mai 2009

Zitat des Monats (April '09)

Wenn ich [...] behaupte "Im Kühlschrank ist Bier", bin ich Theologe. Wenn ich nachschaue, bin ich Wissenschaftler. Wenn ich nachsehe, nichts finde und trotzdem behaupte, es ist Bier drin - dann bin ich Esoteriker!"

Vince Ebert

26. April 2009

Vernunft - Wirre Ideen 1:0

Nun ist es amtlich: Berlin bleibt atheistisch!

Wie ich ja schon berichtete, war heute zu entscheiden, ob die Religion einen bedeutenderen Stellenwert in Berliner Stundenplänen haben soll. Wen haben die Christen nicht alles mobilisiert. Sympathieträger wie Tita von Hardenberg oder Arne Friedrich, Schnarchnasen wie Günter Jauch. Mit Mariella Ahrens durfte selbst ein Dschungel-Camp-Insasse besorgt von großflächigen Plakaten glotzen und behaupten, der Fortbestand des Abendlandes stünde auf dem Spiel. Berlin sah aus, wie vor der Bundestagswahl.
Der Slogan war "In Berlin geht's um die Freiheit". Nur zur Erinnerung, der zweite Weltkrieg ist verloren, die Blockade der Russen haben wir überstanden, die Mauer ist bereits gefallen. Jetzt ging es essentiell nur noch um eine Stundenplanänderung.

Das war dem Berliner dann so wichtig, dass immerhin 29,2% zur Wahl gegangen sind. 50% wären nötig gewesen. Als wenn das nicht schon Niederlage genug wäre, haben von denen, die sich beteiligt haben auch noch die Mehrheit Pro-Reli abgelehnt. Also wurde keines der beiden angepeilten Ziele erreicht.
Im Stile eines Politikers vermochte Kardinal Sterzinsky die schallende Ohrfeige der Berliner noch als Sieg zu verkaufen: "Die vielen Unterstützer der Initiative machten Mut." Bei einem Ergebnis, das so fern jeder Erwartung liegt von "vielen Unterstützern" zu reden, zeigt deutlich die Realitätsferne, die für diesen Berufzweig wohl eine Einstellungsvoraussetzung darstellt.

Zu allem Überfluss waren die Kirchen im Vorfeld auch noch gerichtlich gegen den Senat vorgegangen, weil dieser Steuergelder für Kampagnen gegen Pro-Reli verwendet hätte. Sie bekamen Recht. Die Kampagnen für Pro-Reli wurden im Übrigen von der Kirche finanziert. Wenn man mal von den wohl eher kärglichen Opferstöcken absieht also von - Steuergeldern.

Der erste Satz dieses Posts ist natürlich eine Vereinfachung der Situation, aber wohl richtiger als die Einschätzung des Pro-Reli-Initiators Christoph Lehmann. Der hatte gesagt "Berlin ist keine atheistische Stadt". Wohlbemerkt hat er das nach bekannt werden des Ergebnisses gesagt.

23. April 2009

Die besondere Weltsicht der Kirche

Die Vertreter der christlichen Religionen haben ja in letzter Zeit wieder mit interessanten Deutungen der Gegenwart von sich reden gemacht.
Anlässlich seiner Afrikareise hat unser aller Papst nochmal darauf hingewiesen, dass Kondome gegen HIV keine so gute Idee seien. Vielmehr solle man doch gefälligst auf jeden außerehelichen Sex verzichten. Da hat der alte Sack natürlich leicht reden. Wem auch nur das geringste an Sex liegt, hätte wohl kaum seine Laufbahn eingeschlagen.
Welche Folgen es hat, wenn lustfeindliche Enthaltsamkeit als Ersatz für geschützten Sex angesehen wird, kann man in den USA beobachten. Wenn dort die Hormone die Übermacht über den religiösen Blödsinn errungen haben, sind die Jugendlichen in der Regel nicht sonderlich gut vorbereitet. Wo sich europäische Jugendliche schon mit Kondomen eingedeckt haben, wundern sich die Ami-Kids noch, dass die Enthaltsamkeit im Eifer des Gefechts gar nicht so leicht ist.
Das Ergebnis ist die höchste Quote an Geschlechtskrankheiten unter allen Industrienationen und eine erhöhte Menge von Schwangerschaften Minderjähriger, je höher der Einfluss der Kirche ist.

Um die kontroverse Meinung noch zu toppen, hat sich ein paar Tage später der Augsburger Bischof dazu hinreissen lassen, den Nationalsozialismus und den Kommunismus als Folge des Atheismus zu bezeichnen.

Vielleicht wird so eine Botschaft für die Menschen daraus: Kondome nur für Atheisten.

23. Februar 2009

Wie man als Volk entscheidet

Meine Leser, die nicht aus Berlin kommen, werden vermutlich gar nicht wissen, dass bei uns am 26.04.09 ein Volksentscheid ansteht. Es geht um den Religionsunterricht, der nämlich in Berlin vernünftigerweise kein Pflichtfach ist, sondern ein freiwilliges Angebot. Stattdessen gibt es ab der siebten Klasse das Fach Ethik als Pflichtfach.
Ein moralische Erziehung ohne den allwissenden Zausel, der von seiner Wolke den großen Lauschangriff laufen lässt, ist den Pfaffen natürlich ein Dorn im Auge. Daher gab es ein Volksbegehren mit dem Ziel Ethik durch ein nach Konfessionen getrenntes Fach "Ethik/Religion" zu ersetzen.

So weit, so schlecht. Ich habe schon mehrfach den Bildungsauftrag meines Blogs betont. Daher möchte ich die Berliner unter meinen Lesern heute über den richtigen Umgang mit dem Volksentscheid aufklären. Mein Tipp: Nicht beachten!

Der Grund dafür liegt im Gesetz über Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid selber. In § 36 wird nämlich beschrieben, was passieren muss, damit ein Volksentscheid erfolgreich und für den Berliner Gesetzgeber bindend ist:

Ein Gesetzentwurf oder ein sonstiger Beschlussentwurf ist
durch Volksentscheid angenommen, wenn die Mehrheit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und zugleich mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmt.


Bei 2,44 Mio. Wahlberechtigten müssen also mindestens 610.000 Berliner dafür stimmen. Selbst wenn das passieren sollte, würden die Pro-Reli-Gegner mehr als 610.000 Stimmen benötigen, um die Anachronisten aus den Schulen fernzuhalten. Das wäre eine Wahlbeteiligung von mehr als 50%. Zur Erinnerung, an der letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus haben sich gerade mal 58% der Wahlberechtigten beteiligt. Das wird wohl nicht passieren.

Ich jedenfalls bleibe zu Hause und hoffe auf das gleiche Ergebnis wie beim letzten Volkentscheid in Berlin. Die Tempelhofbefürworter hatten zwar die Mehrheit der Wähler, aber nur 22% der Wahlberechtigten.

4. Februar 2009

Verrückt oder genial?

Stellt Euch vor, jemand erzählte Euch, dass die Menschen nicht etwa durch die Evolution entstanden sind, sondern von einem versunkenen Kontinent kommen, es zwei Jesuskinder gegeben habe, das Gehirn aus dem Darm entstehe und er wisse das alles ganz sicher aus einem unsichtbaren Buch.
Das ist eine zeitlang ganz lustig. Spätestens aber wenn dieser offenbar gestörte Zeitgenosse noch begehrt Eure Kinder erziehen zu dürfen und hierzu auch Gewalt für ein probates Mittel hält, würde man ihn doch mit dem nächsten verfügbaren Kochlöffel aus dem eigenen Aktionsradius prügeln und hoffen, dass er nicht mehr lange frei rumläuft.

Das war aber nicht immer so. Der Mann hat es geschafft eine weltweit verbreitete Weltanschauung inklusive Wirtschaftsimperium zu gründen. Man nennt das Anthroposophie. Dazu gehören Firmen wie Demeter, Weleda, GLS Gemeinschaftsbank, Öko Bank, Dr. Hauschka Kosmetik und viele andere mehr. Die Erziehung nennt man Waldorfpädagogik.
Alle oben genannten Ideen hat der Gründer Rudolph Steiner tatsächlich gesagt oder geschrieben und als Wahrheit verkündet.

Das zeigt deutlich, wie schmal der Grad zwischen schizophrenem Paranoiker und Guru ist. Wenn die richtige Zeit und die richtigen Leute zusammen kommen, wird aus einer wirren Idee schnell eine Weltanschauung. Weitere Beispiele gefällig?

Geerd Ryke Hamer (der hat sich immerhin von seinem toten Sohn erklären lassen, was es mit dem Krebs so auf sich hat und wie er zu heilen ist. Vom Tod seiner Patienten lassen er und seine Jünger sich nicht beeindrucken.)

Lafayette Ron Hubbard (Der erzählt uns immerhin, dass ein galaktischer Herrscher vor 75 Mio Jahren einen Teil seiner Bevölkerung auf die Erde brachte, an Vulkanen aufschichtete und Wasserstoffbomben zündete. Unter den Geistern dieser Menschen (Tethane) leiden heute immer noch alle, die nicht alle Ersparnisse bei seiner Sekte verklappen.)

Eine gut ausgestattete Psychiatrie hätte in diesen Fällen wohl viel Leid von der Erde ferngehalten.

1. Februar 2009

Zitat des Monats (Dezember '08)

Was für das Christentum gilt, gilt gleichermaßen auch für den Buddhismus. […] die buddhistische Priesterschaft – wie es sie beispielsweise in Tibet gibt – ist in höchstem Grade bildungsfeindlich, tyrannisch und grausam.

Bertrand Russell (1930)

16. Januar 2009

Die Bibel im Portrait - Lot


Man hat mir vorgeworfen, die Religion im Allgemeinen und die christliche Kirche im Speziellen nicht immer gut behandelt zu haben. Dabei hat dieser Blog doch auch einen Bildungsauftrag. Den will ich erfüllen, indem ich in lockerer Serie wichtige Persönlichkeiten der Bibel vorstelle und damit dem Leser die Heilige Schrift näher bringe. Heute: Lot.

Name: Lot
Geburt: Mesopotamien
Tod: unbekannt
Verheiratet
Kinder: zwei Töchter, zwei Söhne. Letztere identisch mit seinen Enkeln

Lot lebte mit Frau und Töchtern einst in Sodom. Da er der Sodomie aber nicht sonderlich zugeneigt war, hatte der liebe Gott beschlossen, ihn samt Familie von der bevorstehenden Vernichtung seines Wohnortes auszunehmen. Zu diesem Zwecke schickte er zwei Engel.
Spontan verlangten die Anwohner diese sodomisieren zu dürfen, was zeigt, dass der Begriff der Sodomie damals wenig mit Tieren zu tun hatte, sondern jede Form der absonderlichen Liebe (inklusive der Homosexualität) einschloss.

Lot tat, was jeder gute Gastgeber täte. Er bot dem Mob alternativ seine jungfräulichen Töchter an. "Die will ich herausgeben" sprach Lot "und tut mit ihnen, was euch gefällt". Dieses Angebot war dem angeheizten Volk aber zu gewöhnlich. Zwei minderjährige Jungfrauen hat man ja alle Tage. Nein, es sollten Lots Gäste sein.
Diese, der Idee der gleichgeschlechtlichen Liebe mit einer ungewaschenen Horde eher abgeneigt, ließen die Lüstlinge erblinden und führten Lot mit Frau und weiterhin unberührten Töchtern aus der Stadt.
Auf diesem Weg kam Lots Frau durch einen unglücklichen Umstand mit einer Menge Speisesalz, an dem Gott nicht ganz unschuldig war, ums Leben. Aber das ist eine andere Geschichte über Gottes Barmherzigkeit. Lot und seine Töchter konnten sich aber vor der Zerstörung Sodoms retten.

Was machen aber nun so junge Dinger, nachdem alle möglichen Freier zunächst des Augenlichts und dann des Lebens beraubt wurden? Richtig, man macht sich über den Vater her. Schwuppdiwupp wurde der alte Lot betrunken gemacht und die Gören drückten ihn gepflegt in die Strohmatte. So bekam der alte Witwer auch nochmal Sex und zwei Söhne - und Enkel.

Was will uns die Bibel damit sagen?
Wenn schon die gesamte Nachbarschaft geschlossen die Gruppenvergewaltigung ablehnt, ist es wohl mit der eigenen Attraktivität nicht allzu weit her. Dann kann man seinen Hymen auch gleich an den Vater verplempern. Oder habe ich die Moral missverstanden?

Nachzulesen in Genesis 19

12. Januar 2009

Der Bus zur Hölle

In den letzten Tagen macht die AtheistCampaign von sich reden, indem sie Werbeflächen auf Londoner Bussen mit dem Slogan "There's probably no god" (Es gibt wahrscheinlich keinen Gott) pflasterte. Flankiert wurde diese gewagte These mit dem Tipp, sein Leben doch zu geniessen (Stop worrying and enjoy your life).


Foto © Jon Worth / British Humanist Association atheistbus.org.uk

Vielleicht kann man in Deutschland nicht mehr viele Menschen mit einem solchen Statement schocken, eine Diskussion kann man aber alle Mal vom Zaun brechen und Diskussionen über die Förderung eines anchronistischen Aberglaubens durch die Bundesrepublik könnten ruhig mal geführt werden. Das versuchen jetzt die "Brights".

Das kann ich nur unterstützen und bitte Euch das auch zu tun. Zurzeit ist die Seite leider wegen Überlastung nicht erreichbar, aber das geht bestimmt morgen wieder.

3. November 2008

Zitat des Monats (Oktober '08)

Rational arguments don’t usually work on religious people. Otherwise there would be no religious people.

(Rationale Argumente wirken normalerweise nicht bei religiösen Menschen. Andernfalls gäbe es keine religiösen Menschen.)

Dr. House

18. Oktober 2008

Jüngst vor Gericht

Im September entschloss sich der ehemalige US-Senator Ernie Chambers ein Strafanzeige zu erstatten, und zwar gegen keinen geringeren als Gott persönlich. Er warf Gott vor ihm und dem Staat Nebraska Angst gemacht zu haben. Darüber hinaus Zerstörung und Terror zu verbreiten. Letzteres kann man ja wohl guten Gewissens unterschreiben. (Die Klageschift gibt es hier)

Jetzt, ein Jahr später, hat ein Gericht entschieden, die Klage abzulehnen. Nicht etwas, weil der Beschuldigte nicht existiert oder einfach nicht in den Einflussbereich der amerikanischen Rechtsprechung fällt. Nein, viel mehr, weil Gott mangels Adresse die Anklageschrift nicht zugestellt werden konnte.
Wie viele Telefonbücher muss man wohl wälzen, um für diese Begründung mehr als ein Jahr zu benötigen?

Nun kann man an den Prinzipien des amerikanischen Rechtssystems oder am Geisteszusatnd Chambers' zweifeln. Letztere tat ersteres. Auch sonst ist es keine Frage, dass Chambers noch sämtliche erforderliche Tassen im Schrank hat. Er wollte mit der Klage vor allem auf fragwürdige Aspekte des amerikanische Rechtssystems aufmerksam machen. Er war und ist auch ein entschiedener Kämpfer gegen die Todesstrafe und die Prügelstrafe an amerikanischen Schulen.

Chambers selber kommentierte das Ende der Klage ebenso logisch wie amüsant:
"The court itself acknowledges the existence of God. A consequence of that acknowledgment is a recognition of God's omniscience. Since God knows everything, God has notice of this lawsuit."

(Das Gericht hat selber die Existenz von Gott anerkannt. Eine Konsequenz ist die Anerkennung seiner Allwissenheit. Da Gott alles weiß, hat er auch die Anklage mitbekommen.)

30. September 2008

Buchempfehlung des Monats (September '08)

Leszek Kołakowski ist ein polnischer Philosoph und Oppositioneller.
Im "Himmelsschlüssel" erzählt er einige Bibelgeschichte mal völlig unreligiös und zeigt damit auf wir wirr, menschenverachtend und grausam die Bibel ist.
Und das alles in einer Sprache, die immer wieder Spass macht. Großes Lob also auch an den Übersetzer

Zitat des Monats (September '08)

It ain't the parts of the Bible that I can't understand that bother me, it is the parts that I do understand.

(Es sind nicht die Teile der Bibel, die ich nicht verstehe, welche mich stören, es sind die Teile, die ich verstehe.)

Mark Twain

23. September 2008

Muslimischer Terror und die Darwinisten

All dies zeigt, dass die moralische Lehre, die der Menschheit im Islam geboten wird, der Welt Frieden, Glück und Gerechtigkeit bringen wird. Der Barbarismus, der in der Welt heute unter dem Namen "islamischer Terrorismus" verübt wird, steht vollständig abseits der moralischen Lehre des Qurans; er ist das Werk von ignoranten, voreingenommenen Leuten, von Verbrechern, die mit der Religion nichts zu tun haben.

Klingt gut, oder? Ein Moslem der, wie so viele, seinen Glauben nicht mit dem Terrorismus in Einklang bringen kann.
Das Zitat kommt von der Website des türkischen Autoren Harun Yahya. Er selber bezeichnet sich als "bekannten türkischen Intellektuellen", auf Wikipedia wird er eher als "pranoider Schizophrener" beschrieben.
In einem aktuellen Interview mit Spiegel Online sagt er dann noch folgende intelligente Dinge:

Der Darwinismus ist die Grundlage für Hitlers und Mussolinis Faschismus und Stalins Kommunismus. Und wenn wir uns die Gegenwart anschauen, dann sehen wir, dass alle Terroristen – auch diejenigen, die sich selbst als Muslime betrachten – in Wahrheit Darwinisten und Atheisten sind. Ein gläubiger Mensch, der regelmäßig betet, legt keine Bomben. Das machen nur Menschen, die vorgeben, Muslime zu sein - oder Darwinisten, die klar sagen, dass sie Terroristen oder Kommunisten sind. Folglich sind sie alle Darwinisten.

Klingt fast wie eine mathematische Gleichung.
Fakt 1: Muslime legen keine Bomben
Fakt 2: Tut ein Moslem es doch, so gibt er nur vor ein Moslem zu sein
Schlussfolgerung: Alle Bombenleger sind Darwinisten.
Q.E.D.

Entscheidet selbst, ob das mehr nach Intelligenz oder Schizophrenie klingt

22. September 2008

Die Bibel im Portrait - Hiob


Man hat mir vorgeworfen, die Religion im Allgemeinen und die christliche Kirche im Speziellen nicht immer gut behandelt zu haben. Dabei hat dieser Blog doch auch einen Bildungsauftrag. Den will ich erfüllen, indem ich in lockerer Serie wichtige Persönlichkeiten der Bibel vorstelle und damit dem Leser die Heilige Schrift näher bringe. Heute: Hiob.

Name: Hiob
Geburt: unbekannt
Tod: unbekannt
Verheiratet
Kinder: sieben Söhne und drei Töchter

Hiob war wohl der größte Pechvogel der Weltgeschichte. Was die Folgen seines Pechs angeht, können auch legendäre Pechvögel wie Charlie Brown und Donald Duck nur schwer mit Hiob mithalten.

Hiob hatte es zu großem Reichtum und einer vielköpfigen Familie gebracht. Er tat das, was gute Christen zu tun pflegen. Er war seinem Gott beliebig unkritisch hörig. Das schmeichelt einem Gott natürlich. Trotzdem gab eben diese Gott Hiob zum Abschuss frei, nur um mit dem Teufel einen billigen, männlichen Schwanzvergleich zu gewinnen. Er wollte beweisen, dass er so ein toller Kerl ist, dass Hiob ihn auch im größten Leid noch bewundert.
In der Folge wurde zunächst mal sein ganzer Besitz vernichtet. Da ein armer Mann nur schwer Kinder durch kriegt, wurden diese alle -nicht ganz ohne Zutun der beiden Kontrahenten- umgelegt. Auch die Frau wurde schnell unter den Rasen geschoben. Nachdem Hiob auch dann noch uneinsichtig genug war, Gott weiterhinn zu bewundern, ging es ihm auch persönlich ans Leder. Er wurde mit einer langwierigen und schmerzhaften Hautkrankheit beglückt.

Nun hatte Hiob also seinen Besitz, seine Familie und seine Gesundheit blank geschmissen. All das Leid wollte er Gott aber einfach nicht übel nehmen. Das machte diesen natürlich mächtig Stolz. Er statte Hiob mit neuem Reichtum, einer neuen Familie und einem ohne Furunkel funktionierenden Körper aus. Nun sagt das einiges über die unkritische Leichtgläubigkeit aus, welche die Kirche gerne in seinen Jüngern sieht.

Wenn man bedenkt, wie wenig Rücksicht der "liebe" Gott für Hiobs Tiere, Kinder und Ehefrau aufzubringen vermochte, sagt es doch mehr über dessen schäbigen Charakter aus!

Nachzulesen im Buch Ijob.

20. September 2008

Lebensberatung und Heiler GbR (3)

Heute morgen dachte ich an euch und eure Webseiten, und da sah ich ein Licht in der Finsternis, und ich wusste, dass ihr das Licht bringt.

Ich war ganz gerührt, als ich diese Worte las. Eine einfache Website kann Menschen Erleuchtung bringen. Der ganze Aufwand und die Entbehrungen waren nicht umsonst.
Leider schrieb der Autor nicht über meine Site, sondern die von Miriam & Jakob. Ihr erinnert Euch? Die zottelige Grinsekatze und ihr gottesfürchtiges Anhängsel, die mit Hilfe Gottes die Medizin revolutionieren.

Sie haben auf Ihrer Website auch Dankesschreiben veröffentlicht, deren Echtheit nicht zu beweisen ist, an der ich aber nicht eine Sekunde zweifle.

Ich habe schon so oft auf eurer Homepage gelesen und bin berührt von den Zeilen. Fühlt euch umarmt.

...oder der hier:

Vielen herzlichen Dank für eure wunderbaren Seiten, die ihr jedermann so uneigennützig zur Verfügung stellt.

Habe ich da etwas falsch verstanden? Uneigennützig? Es handelt sich um eine GbR. Eine PDF-Datei mit Ihren wirren Ideen kosten 24,00 €. Seminare mit so schönen Titeln wie "Grund-Kurs Licht und Liebe" bis zu 395,00 €.
Ich finde das gut. So kommen die Christenmenschen wenigstens von der Straße weg.

19. September 2008

Alle haben den Lama lieb (2)

Nachdem der Dalai Lama bei seinem letzten Auftritt in der Hauptstadt, einen solchen Zuspruch bekommen hat, hat man sich in dessen Marketingabteilung wohl gedacht, dass man damit doch auch Geld machen kann.
Daraufhin wurde geplant seine Heiligkeit mal in eine großen Halle sprechen zu lassen und den Hobbybuddhisten Geld dafür abzunehmen. Dafür wurde sogar extra eine Website eingerichtet.
Dazu kommt es nun aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht. Sein Büro schreibt:

Seine Heiligkeit der Dalai Lama ist nach Dharamsala zurückgekehrt, nachdem er sich aufgrund gesundheitlicher Beschwerden in den letzten Wochen medizinischen Untersuchungen und Behandlungen unterzogen hatte.
Die Ärzte haben Seine Heiligkeit mitgeteilt, dass seine allgemeine körperliche Verfassung gut sei, rieten ihm aber dringend an, sein Reiseprogramm einzuschränken. [...]
Wir sagen daher seinen geplanten Besuch in Europa im Oktober ab.
[...]
Wir hoffen auf das Verständnis aller Beteiligten.


Dafür habe ich in der Tat Verständnis. Kein Verständnis hatte aber dafür, das man vesuchte für den Monolog eines alten Zausel bis zu 120 € zu kassieren. Da sind ja die Stones billiger. Bei denen gibt es allerdings noch eine Lightshow und einen gesunden Tinnitus dazu.

27. August 2008

Jesus spricht

Es war einmal ein langhaariger Visionär, der hat die Menschen seiner Zeit ganz verrückt gemacht. Seine Fanclubs leben bis heute. Zwar musste auch Jesus vor ca. 20 Jahrhunderten kurzfristig verscheiden, durfte dann aber ungesehen gen Himmel entschwinden. Seitdem war Ruhe und die Fanclubmitglieder warten weiter vergeblich auf seine Wiederkehr und ihre Erlösung.

Seit einigen Jahren spricht der junge Held aber wieder zu uns. Nicht direkt (warum eigentlich nicht?) sondern durch Gabriele Wittek, einer alten Dame aus Würzburg.

Ich, Christus, erkläre, berichtige und vertiefe das Wort:

Seit mehr als 20 Jahren ergänzen Jesus und Gott nun schon durch Gabi die Bibel, doch die Kirchen weigern sich beharrlich die neuen Informationen aufzunehmen.

Aber das ist nicht alles, mit dem der werte Herr Christus auf seiner Wolke Beschäftigung finden. Er versorgt uns auch mit eine großen Menge an Allgemeinplätzen, welche die Sinnfindung erleichtern sollen:

Betrachte alles als ein Geschenk Gottes, dann wirst Du genügsam.

Werde ein heldenmütiger Selbstüberwinder. (Nun, das hätte wohl auch von Freund Dalai kommen können)

Je mehr Worte wir gebrauchen, desto größerem Irrtum unterliegen wir.
Hier weiß ich nicht, ob der langhaarige Zausel Gabi oder mich zu mehr schweigen mahnen wollte. Da denke ich jetzt mal drüber nach.

Ihr könnt Euch in der Zeit ja mal Gabis kostenlose Informationen zuschicken lassen.

8. Juli 2008

Die Bibel im Portrait - Abraham


Man hat mir vorgeworfen, die Religion im Allgemeinen und die christliche Kirche im Speziellen nicht immer gut behandelt zu haben. Dabei hat dieser Blog doch auch einen Bildungsauftrag. Den will ich jetzt erfüllen, indem ich in lockerer Serie wichtige Persönlichkeiten der Bibel vorstelle und damit dem Leser die Heilige Schrift näher bringe. Ich beginne mit dem Vater des Christentums: Abraham.

Name: Abraham
Geburt: ca. 2000 v. Chr.
Tod: ca. 1825 v. Christus
Verheiratet mit Sara
Kinder: Ismael, Isaak

Abraham war wohl der effizienteste Guru der Weltgeschichte. Immerhin gilt er als Vater dreier Weltreligionen. Bis heute gilt er als Erfinder des Monotheismus.

Sozialverhalten war dagegen nicht seine Stärke. Auf Wunsch seiner Frau bekam seine Sklavin sein erstes Kind. Ob die Meinung der Sklavin zum Sex mit dem damals bereits 90-jährigen gefragt wurde, ist nicht überliefert.
Mit seiner Frau bekam er später auch noch einen Sohn namens Isaak. Seine Vaterliebe hielt sich aber in Grenzen.
Zunächst ist ein versuchter Mord an seinem Sohn Isaak überliefert. Diese Tat wird erstaunlicherweise von den großen Religionen nicht verabscheut, sondern verehrt.
Es handelt sich dabei wohl um den einzigen versuchten Mord, der bis heute jährlich gefeiert wird. Das islamische Opferfest geht darauf zurück.

Auch dem ersten Sohn erging es nicht viel besser. Er wurde samt Mutter in der Wüste ausgesetzt. Nur das heroische Eingreifen von Gottes geflügelten Helfern hat ihnen damals das Leben gerettet.

Hier zeigt sich die ganze Größe Abrahams. Trotz dreier Mordversuche hat er bis heute einen guten Ruf bei dem größten Teil der gläubigen Menschen. Respekt!

Nachzulesen in Genesis 22.

1. Juli 2008

Zitat des Monats (Juni '08)

Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden. Keine noch so feinsinnige Auslegung kann etwas daran ändern.

Albert Einstein