Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind.
Aristoteles
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26. August 2009
1. Mai 2009
Zitat des Monats (April '09)
Wenn ich [...] behaupte "Im Kühlschrank ist Bier", bin ich Theologe. Wenn ich nachschaue, bin ich Wissenschaftler. Wenn ich nachsehe, nichts finde und trotzdem behaupte, es ist Bier drin - dann bin ich Esoteriker!"
Vince Ebert
Vince Ebert
30. November 2008
Buchempfehlung des Monats (November '08)
Bei Reisen mit Lichtgeschwindigkeit vergeht die Zeit langsamer und Licht hat immer die gleiche Geschwindigkeit. Das haben wohl inzwischen alle von der Relativitätstheorie mitgenommen. Aber was hat das mit der Formel e = mc² zu tun?
Hier setzt David Bodanis an. Er erklärt weniger die Theorie, als viel mehr die Formel. Jedem Faktor der Formel ist ein Kapitel gewidmet, in dem physikalische und historische Hintergründe verständlich und informativ vermittelt werden. Man erfährt Details der Herstellung von schwerem Wasser durch die Nazis, die Entdeckung der Kernspaltung, selbst über das eigentlich bestens bekannte "=" hat Bodanis noch einiges zu erzählen. Ein Genuss auch für Menschen, die mit den Naturwissenschaften eher auf Kriegsfuss stehen.
Hier setzt David Bodanis an. Er erklärt weniger die Theorie, als viel mehr die Formel. Jedem Faktor der Formel ist ein Kapitel gewidmet, in dem physikalische und historische Hintergründe verständlich und informativ vermittelt werden. Man erfährt Details der Herstellung von schwerem Wasser durch die Nazis, die Entdeckung der Kernspaltung, selbst über das eigentlich bestens bekannte "=" hat Bodanis noch einiges zu erzählen. Ein Genuss auch für Menschen, die mit den Naturwissenschaften eher auf Kriegsfuss stehen.
16. November 2008
Uri ist wieder auf Sendung
Nachbar Klingsor hatte mich in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass Uri Geller mal wieder die Sendezeit von Pro 7 verplempern darf. Diesmal um nach Außerirdischen zu suchen. Dazu wurden Signale ins All geschickt und ebensolche aus dem All gesucht. Genau genommen wird das schon seit Jahren gemacht, aber unser israelische Hobbymagier war wohl der Meinung, dass sich die Aliens erst aus der Deckung wagen, wenn er nach ihnen ruft.
Bei einem so abendfüllenden Thema, kann man auch schon mal geschlagene zwei Stunden und 15 Minuten an einem Samstag Abend dafür opfern. Alternativ gab es "Das Supertalent" und den "Musikantenstadl". Da kann man sich ja auch mal einen Abend den zauseligen Besteckzerstörer ansehen.
Also "man". Nicht ich. Ich habe es nämlich recht schnell nicht mehr ausgehalten. Bei "Stargästen" wie Nina Hagen, Erich von Däniken und Johann Klum (wer ist eigentlich Johanna Klum?) braucht man eigentlich gar keinen Uri Geller mehr, um nach kürzester Zeit nur noch ungläubig den Kopf zu schütteln. Zum einen darüber, dass solche Gehirnakrobaten im Fernsehen auftreten dürfen, zum anderen darüber, dass sie dafür vermutlich mehr Geld bekommen als ich für meine sinnvolle Arbeit.
Auch nach mehr als zwei Stunden erfolgloser Suche hatte Uri Geller leider immer noch keiner mitgeteilt, dass die abgesandten Signale mehrere Jahre dauern würden, um potentiell bewohnte Planeten zu erreichen. Derweil hatte man bei der Ansicht dieser Ansammlung von pseudo-wissenschaftlichem Blödsinn und esoterischer Hirnlosigkeit schon Zweifel an der Existenz intelligenten Lebens auf unserem Planeten entwickelt.
Dass es einen großen qualitativen Unterschied gibt zwischen Sendungen in denen Doofe doof quatschen und solchen, in denen Intelligente doof quatschen, konnte man erleben, als das Leid endlich vorbei war: Im WDR begann Dittsche. Da war die Welt wieder in Ordnung.
Bei einem so abendfüllenden Thema, kann man auch schon mal geschlagene zwei Stunden und 15 Minuten an einem Samstag Abend dafür opfern. Alternativ gab es "Das Supertalent" und den "Musikantenstadl". Da kann man sich ja auch mal einen Abend den zauseligen Besteckzerstörer ansehen.
Also "man". Nicht ich. Ich habe es nämlich recht schnell nicht mehr ausgehalten. Bei "Stargästen" wie Nina Hagen, Erich von Däniken und Johann Klum (wer ist eigentlich Johanna Klum?) braucht man eigentlich gar keinen Uri Geller mehr, um nach kürzester Zeit nur noch ungläubig den Kopf zu schütteln. Zum einen darüber, dass solche Gehirnakrobaten im Fernsehen auftreten dürfen, zum anderen darüber, dass sie dafür vermutlich mehr Geld bekommen als ich für meine sinnvolle Arbeit.
Auch nach mehr als zwei Stunden erfolgloser Suche hatte Uri Geller leider immer noch keiner mitgeteilt, dass die abgesandten Signale mehrere Jahre dauern würden, um potentiell bewohnte Planeten zu erreichen. Derweil hatte man bei der Ansicht dieser Ansammlung von pseudo-wissenschaftlichem Blödsinn und esoterischer Hirnlosigkeit schon Zweifel an der Existenz intelligenten Lebens auf unserem Planeten entwickelt.
Dass es einen großen qualitativen Unterschied gibt zwischen Sendungen in denen Doofe doof quatschen und solchen, in denen Intelligente doof quatschen, konnte man erleben, als das Leid endlich vorbei war: Im WDR begann Dittsche. Da war die Welt wieder in Ordnung.
3. November 2008
Buchempfehlung des Monats (Oktober '08)
Philip Plait ist ein Mitarbeiter der NASA und hat sich in dem Buch "Bad Astronomy" mit einigen Fragen auseinander gesetzt, deren Beantwortung vielen schwer fällt. Dazu gehören alltägliche Themen, wie die Frage, warum es Jahreszeiten gibt, aber auch der Klassiker der Verschwörungstheorie, dem Mondlandungshoax.
Das ganze ist verständlich und amüsant geschrieben. Bisher leider nur in Englisch.
Wenn mich jemand bezahlt, würde ich dieses Werk gerne übersetzen. :-)
Das ganze ist verständlich und amüsant geschrieben. Bisher leider nur in Englisch.
Wenn mich jemand bezahlt, würde ich dieses Werk gerne übersetzen. :-)
23. September 2008
Muslimischer Terror und die Darwinisten
All dies zeigt, dass die moralische Lehre, die der Menschheit im Islam geboten wird, der Welt Frieden, Glück und Gerechtigkeit bringen wird. Der Barbarismus, der in der Welt heute unter dem Namen "islamischer Terrorismus" verübt wird, steht vollständig abseits der moralischen Lehre des Qurans; er ist das Werk von ignoranten, voreingenommenen Leuten, von Verbrechern, die mit der Religion nichts zu tun haben.
Klingt gut, oder? Ein Moslem der, wie so viele, seinen Glauben nicht mit dem Terrorismus in Einklang bringen kann.
Das Zitat kommt von der Website des türkischen Autoren Harun Yahya. Er selber bezeichnet sich als "bekannten türkischen Intellektuellen", auf Wikipedia wird er eher als "pranoider Schizophrener" beschrieben.
In einem aktuellen Interview mit Spiegel Online sagt er dann noch folgende intelligente Dinge:
Der Darwinismus ist die Grundlage für Hitlers und Mussolinis Faschismus und Stalins Kommunismus. Und wenn wir uns die Gegenwart anschauen, dann sehen wir, dass alle Terroristen – auch diejenigen, die sich selbst als Muslime betrachten – in Wahrheit Darwinisten und Atheisten sind. Ein gläubiger Mensch, der regelmäßig betet, legt keine Bomben. Das machen nur Menschen, die vorgeben, Muslime zu sein - oder Darwinisten, die klar sagen, dass sie Terroristen oder Kommunisten sind. Folglich sind sie alle Darwinisten.
Klingt fast wie eine mathematische Gleichung.
Fakt 1: Muslime legen keine Bomben
Fakt 2: Tut ein Moslem es doch, so gibt er nur vor ein Moslem zu sein
Schlussfolgerung: Alle Bombenleger sind Darwinisten.
Q.E.D.
Entscheidet selbst, ob das mehr nach Intelligenz oder Schizophrenie klingt
Klingt gut, oder? Ein Moslem der, wie so viele, seinen Glauben nicht mit dem Terrorismus in Einklang bringen kann.
Das Zitat kommt von der Website des türkischen Autoren Harun Yahya. Er selber bezeichnet sich als "bekannten türkischen Intellektuellen", auf Wikipedia wird er eher als "pranoider Schizophrener" beschrieben.
In einem aktuellen Interview mit Spiegel Online sagt er dann noch folgende intelligente Dinge:
Der Darwinismus ist die Grundlage für Hitlers und Mussolinis Faschismus und Stalins Kommunismus. Und wenn wir uns die Gegenwart anschauen, dann sehen wir, dass alle Terroristen – auch diejenigen, die sich selbst als Muslime betrachten – in Wahrheit Darwinisten und Atheisten sind. Ein gläubiger Mensch, der regelmäßig betet, legt keine Bomben. Das machen nur Menschen, die vorgeben, Muslime zu sein - oder Darwinisten, die klar sagen, dass sie Terroristen oder Kommunisten sind. Folglich sind sie alle Darwinisten.
Klingt fast wie eine mathematische Gleichung.
Fakt 1: Muslime legen keine Bomben
Fakt 2: Tut ein Moslem es doch, so gibt er nur vor ein Moslem zu sein
Schlussfolgerung: Alle Bombenleger sind Darwinisten.
Q.E.D.
Entscheidet selbst, ob das mehr nach Intelligenz oder Schizophrenie klingt
21. September 2008
Zwei Ziele, eine Weg
Im Mai hat die Carstens-Stiftung 1 Mio. Euro springen lassen, um an der renommierten Charité Komplementärmedizin erforschen zu lassen. Die Carstensstiftung hat sich nämlich der Förderung der Naturheilkunde und Homöopathie verschrieben.
Das Ziel der Carstensstiftung ist dabei klar formuliert.:
Nur durch erstklassige Forschung können komplementäre Therapieverfahren langfristig gesichert und in die Patientenversorgung integriert werden. Die Professur an der Charité nimmt dabei eine Schlüsselrolle in Deutschland ein. Ich bin überzeugt davon, dass Frau Professor Witt die wissenschaftliche Untermauerung der Komplementärmedizin und damit deren Akzeptanz in Deutschland mit großen Schritten voranbringen wird.
Das klingt mir weniger nach einer ergebnisoffenen Forschung, als vielmehr nach einer Auftragsarbeit.
Die Charitè, scheinbar um ihren Ruf besorgt, ist da deutlich zurückhaltender:
Die Charité ist einer naturwissenschaftlichen Medizin verpflichtet. Wir sehen großen Forschungsbedarf im Bereich Komplementärmedizin und freuen uns, dass mit Frau Professor Witt die ideale Besetzung gefunden wurde, den großen Herausforderungen in diesem Gebiet erfolgreich zu begegnen.
Mal sehen, wer sich durchsetzen wird. Der Bestätigungswille der Geldgeber oder die Bemühung um wissenschaftliche Integrität des Geldempfängers. Beides kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Das haben schon viele erfolglos versucht.
Pressemitteilung der Charité
Das Ziel der Carstensstiftung ist dabei klar formuliert.:
Nur durch erstklassige Forschung können komplementäre Therapieverfahren langfristig gesichert und in die Patientenversorgung integriert werden. Die Professur an der Charité nimmt dabei eine Schlüsselrolle in Deutschland ein. Ich bin überzeugt davon, dass Frau Professor Witt die wissenschaftliche Untermauerung der Komplementärmedizin und damit deren Akzeptanz in Deutschland mit großen Schritten voranbringen wird.
Das klingt mir weniger nach einer ergebnisoffenen Forschung, als vielmehr nach einer Auftragsarbeit.
Die Charitè, scheinbar um ihren Ruf besorgt, ist da deutlich zurückhaltender:
Die Charité ist einer naturwissenschaftlichen Medizin verpflichtet. Wir sehen großen Forschungsbedarf im Bereich Komplementärmedizin und freuen uns, dass mit Frau Professor Witt die ideale Besetzung gefunden wurde, den großen Herausforderungen in diesem Gebiet erfolgreich zu begegnen.
Mal sehen, wer sich durchsetzen wird. Der Bestätigungswille der Geldgeber oder die Bemühung um wissenschaftliche Integrität des Geldempfängers. Beides kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Das haben schon viele erfolglos versucht.
Pressemitteilung der Charité
31. August 2008
Zitat des Monats (August '08)
Wissenschaft als Abstimmungsergebnis, das ist der Sieg des Irrationalen.
Joachim Bublath
Joachim Bublath
1. Juli 2008
Buchempfehlung des Monats (Juni '08)
Im Zuge des Erfolges von "Der Gotteswahn" finden auch die älteren Bücher von Richard Dawkins wieder mehr Beachtung in der deutsche Öffentlichkeit. Zu Recht, wie ich finde.
Eines seiner besten Bücher ist "Der blinde Uhrmacher", das jetzt endlich auch wieder in der deutschen Übersetzung vorliegt. Dawkins ist nämlich nicht nur überzeugter Atheist, sondern auch ein hervorragender Biologe. In diesem Werk schafft er es auch Laien die Idee und Realität der Evolution verständlich zu beschreiben und plausibel zu machen.
Eines seiner besten Bücher ist "Der blinde Uhrmacher", das jetzt endlich auch wieder in der deutschen Übersetzung vorliegt. Dawkins ist nämlich nicht nur überzeugter Atheist, sondern auch ein hervorragender Biologe. In diesem Werk schafft er es auch Laien die Idee und Realität der Evolution verständlich zu beschreiben und plausibel zu machen.
Zitat des Monats (Juni '08)
Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden. Keine noch so feinsinnige Auslegung kann etwas daran ändern.
Albert Einstein
Albert Einstein
31. Mai 2008
Buchempfehlung des Monats (Mai '08)
Der "Skeptical Inquirer" ist das amerikanische Gegenstück zur Deutschen Wissenschaftszeitschrift "Skeptiker". Gero von Randow hat sich daran gemacht, die besten Artikel auch auf Deutsch zu veröffentlichen. Themen sind beispielsweise der "Hundertste Affe", subliminale Werbung oder Astrologie. Wem das Buch gefällt, dem sei auch der Nachfolger "Der Fremdling im Glas" ans Herz gelegt.
30. April 2008
Buchempfehlung des Monats (April '08)
Der Drache in meiner Garage oder Die Kunst der Wissenschaft, Unsinn zu entlarven.
Mit einfacher Sprache und realen Beispielen beschreibt Carl Sagan, warum wissenschaftliche Methoden geeignet sind, die Menschen zum Erkenntnisgewinn zu bringen.
Leider gibt es das Buch nur noch im Antiquariat, aber auch die anderen Bücher von Carl Sagan sind lesenswert und erhellend.
Mit einfacher Sprache und realen Beispielen beschreibt Carl Sagan, warum wissenschaftliche Methoden geeignet sind, die Menschen zum Erkenntnisgewinn zu bringen.
Leider gibt es das Buch nur noch im Antiquariat, aber auch die anderen Bücher von Carl Sagan sind lesenswert und erhellend.
30. März 2008
Zitat des Monats (März '08)
What is wanted is not the will to believe, but the will to find out, which is the exact opposite.
Was nötig ist, ist nicht der Wille zu glauben, sondern der Wille herauszufinden, was das genaue Gegenteil ist.
Bertrand Russell
Was nötig ist, ist nicht der Wille zu glauben, sondern der Wille herauszufinden, was das genaue Gegenteil ist.
Bertrand Russell
27. Februar 2008
Buchempfehlung des Monats (Februar '08)
Der Untertitel sagt eigentlich alles über das Ziel des Buches. "Eine Einführung ins skeptische Denken". Wie sich auch in diesem Blog zeigt, sind Menschen immer wieder bereit außergewöhnliche Dinge zu glauben. Aber wie geht man vor, wenn man Unfug von Wahrheit unterscheiden will? Bördlein, Psychologe, erklärt es unterhaltsam an Beispielen wie dem Einfluss des Mondes auf den Menschen oder dem Bibel Code. Dabei gibt er gleichzeitig eine Einführung in wissenschaftliche Methoden.
22. Februar 2008
Von Glauben, Irrtum und Wissenschaft
Sokrates soll mal gesagt haben "Ich weiß, dass ich nicht weiß?" und er hatte recht. Die abschliessende Wahrheit, werden wir Menschen wohl nie erkennen können. Wir sind meist damit zufrieden Dinge zu akzeptieren, die sehr, sehr wahrscheinlich sind. Manchmal reicht es aber auch einfach ganz fest daran zu glauben.
Gerade wenn die eigene Auffassung gelegentlich als schrullig angesehen wird, sollte man sich in regelmäßigen Abständen mal die Frage stellen: "Sind die alle bescheuert oder bin ich bescheuert?" Wenn man aber vernünftigerweise gelegentlich an der eigenen Wahrnehmung zweifelt, ist man wohl kaum der Richtige, um seine eigene Meinung objektiv einem Realitäts-Check zu unterziehen.
Hier kommt die Wissenschaft ins Spiel. Mit wissenschaftlichen Methoden, kann man relativ sicher Unfug von einer guten Idee unterscheiden. Esoteriker zeichnet sich allerdings dadurch aus, sich auch von solchen Mitteln nicht davon abbringen zu lassen, den einmal akzeptierten Blödsinn weiter zu glauben. Wenn nötig, wird er mit ausgewachsenen Verschwörungstheorien verteidigt. Schön zu lesen im hier vielfach zitierten Geistfrei-Form.
Dabei ist es auch schön sich mal zu irren und der Wahrheit näher zu kommen. Meine Mutter erzählte mir zum Beispiel immer: "Junge zieh Dir 'was an, Du holst Dir doch den Tod." Ohne die Wissenschaft, würde ich immer noch gleuben, man erkälte sich, weil es kalt ist. So aber dürfen meine Kinder anziehen, was sie wollen. Von mir auch auch im Dezember Minirock. Und sind sie erkältet? Mitnichten. Zumindest nicht mehr als andere.
Ein schöner Irrtum ist auch von Heinz Rudolf Kunze übermittelt: "Früher dachte ich immer alle Autos hätten den gleichen Lackschaden, dann merkte ich, das sind die Umrisse von Sylt und die Fahrer haben nur alle den gleichen Dachschaden."
Gerade wenn die eigene Auffassung gelegentlich als schrullig angesehen wird, sollte man sich in regelmäßigen Abständen mal die Frage stellen: "Sind die alle bescheuert oder bin ich bescheuert?" Wenn man aber vernünftigerweise gelegentlich an der eigenen Wahrnehmung zweifelt, ist man wohl kaum der Richtige, um seine eigene Meinung objektiv einem Realitäts-Check zu unterziehen.
Hier kommt die Wissenschaft ins Spiel. Mit wissenschaftlichen Methoden, kann man relativ sicher Unfug von einer guten Idee unterscheiden. Esoteriker zeichnet sich allerdings dadurch aus, sich auch von solchen Mitteln nicht davon abbringen zu lassen, den einmal akzeptierten Blödsinn weiter zu glauben. Wenn nötig, wird er mit ausgewachsenen Verschwörungstheorien verteidigt. Schön zu lesen im hier vielfach zitierten Geistfrei-Form.
Dabei ist es auch schön sich mal zu irren und der Wahrheit näher zu kommen. Meine Mutter erzählte mir zum Beispiel immer: "Junge zieh Dir 'was an, Du holst Dir doch den Tod." Ohne die Wissenschaft, würde ich immer noch gleuben, man erkälte sich, weil es kalt ist. So aber dürfen meine Kinder anziehen, was sie wollen. Von mir auch auch im Dezember Minirock. Und sind sie erkältet? Mitnichten. Zumindest nicht mehr als andere.
Ein schöner Irrtum ist auch von Heinz Rudolf Kunze übermittelt: "Früher dachte ich immer alle Autos hätten den gleichen Lackschaden, dann merkte ich, das sind die Umrisse von Sylt und die Fahrer haben nur alle den gleichen Dachschaden."
2. Februar 2008
Tachyonen Shirts
Tachyonen sind hypothetische Teilchen, die sich schneller als das Licht bewegen. Das muss man sich so vorstellen: Die Physik kennt Teilchen, die sich langsamer Bewegen als das Licht (Tardyonen) und solche, die sich genau mit Lichtgeschwindigkeit bewegen (Luxonen). Da haben sich wohl mal ein paar Physiker bei einem Bierchen Gedanken gemacht, wie wohl Teilchen aussähen, die sich schneller als das Licht bewegen. Sie würden sich beispielsweise rückwärts in der Zeit bewegen.
Ein Existenznachweis der Tachyonen würde sicherlich den Nobelpreis nach sich ziehen.
Das ist allerdings nicht das Ziel von (Prof. Dr. phil.) Tepperwein. Er hat diese Teilchen offenbar nicht nur nachgewiesen, sondern auch schon eingefangen und nutzbar gemacht. Er verkaufte nämlich "Tachyonen Polo Shirts" für 32,70 €.
Diese Shirts, die "in einem elektrischen Vakuum harmonisiert (tachyonisiert) wurden, sind in der Lage, elektromagnetische Energie in positive Energie umzuwandeln."
Man stellt sich die berechtigte Frage, woher jemand, der so einen Unfug verbreitet, seinen Professorentitel hatte.
Ich sag's Euch: Erstens von einer Universität in den USA, die diese Titel verkauft und zweitens von einem esoterischen Workshop, der den Namen "Universität" trug. "Nicht ganz sauber", mag man da denken. Stimmt. Kurti musste auch nach seiner Veruteilung wegen "Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen" alle Titel blank schmeissen. Seitdem ist er nur noch Kurt.
In Wirklichkeit ist er übrigens Schreiner und Heilpraktiker, das klingt aber so doof.
Ein Existenznachweis der Tachyonen würde sicherlich den Nobelpreis nach sich ziehen.
Das ist allerdings nicht das Ziel von (Prof. Dr. phil.) Tepperwein. Er hat diese Teilchen offenbar nicht nur nachgewiesen, sondern auch schon eingefangen und nutzbar gemacht. Er verkaufte nämlich "Tachyonen Polo Shirts" für 32,70 €.
Diese Shirts, die "in einem elektrischen Vakuum harmonisiert (tachyonisiert) wurden, sind in der Lage, elektromagnetische Energie in positive Energie umzuwandeln."
Man stellt sich die berechtigte Frage, woher jemand, der so einen Unfug verbreitet, seinen Professorentitel hatte.
Ich sag's Euch: Erstens von einer Universität in den USA, die diese Titel verkauft und zweitens von einem esoterischen Workshop, der den Namen "Universität" trug. "Nicht ganz sauber", mag man da denken. Stimmt. Kurti musste auch nach seiner Veruteilung wegen "Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen" alle Titel blank schmeissen. Seitdem ist er nur noch Kurt.
In Wirklichkeit ist er übrigens Schreiner und Heilpraktiker, das klingt aber so doof.
31. Januar 2008
Buchempfehlung des Monats (Januar '08)
Vertreter alternativer Meinungen und Methoden behaupten gerne, die von ihnen behaupteten Phänomene entzögen sich der Möglichkeit der wissenachaftlichen Prüfung (so die Homöopathie). Nach diesem Buch sollte auch der Laie erkennen, dass das nicht stimmt. Dass es eher die Ergebnisse der Überprüfung sind, vor der sich diese Leute fürchten.
Martin Lambeck führt in kleinen Schritten und anhand von Beispielen in die wissenschaftliche Methodik ein. Dabei gelingt es ihm auch für Nicht-Fachleute verständlich zu schreiben.
Martin Lambeck ist Physiker, Professor an der TU Berlin sowie Mitglied des Wissenschaftsrates der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP).
Martin Lambeck führt in kleinen Schritten und anhand von Beispielen in die wissenschaftliche Methodik ein. Dabei gelingt es ihm auch für Nicht-Fachleute verständlich zu schreiben.
Martin Lambeck ist Physiker, Professor an der TU Berlin sowie Mitglied des Wissenschaftsrates der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP).
20. Januar 2008
Die Welt auf Links (2)
Vor ein paar Tagen berichtete ich von der herrlichen Hohlwelttheorie des Herrn Keppler (mehr). Es aber noch andere Erklärungsversuche eines Hohlraums innerhalb unseres Planeten.
Die Erde ist hohl. Insofern ist Frank Wiesenfelder mit Herrn Keppler einer Meinung. Laut dieser herrlichen Idee leben wir allerdings auf der Aussenseite, denn auf der Innenseite leben bereits andere Menschen. Nämlich der "Homo Gigantus", ein 3,5 bis 4 Meter großer Mensch. Der wird tatsächlich so genannt und hat nichts mit dem gleichnamigen angeblich größten Dildo zu tun. Die Eingänge zu diesem Paradies liegen am Nord- und Südpol.
Natürlich wissen unsere Regierungen längst bescheid, aber verheimlichen alles.
"Warum gibt es keine Satellitenaufnahmen von den Polen? Ist es nicht äußert eigenartig, dass es in einer Zeit, da wir Sonden zum Mars und Neptun schicken, nicht möglich sein soll, Satellitenaufnahmen der beiden Polgebiete zu machen?"
Das nebenstehende Bilder der ESA und auch dessen hochaufgelöster Bruder, scheinen den Autoren nicht sonderlich zu beeindrucken oder er kennt sie nicht.
Die Erde ist hohl. Insofern ist Frank Wiesenfelder mit Herrn Keppler einer Meinung. Laut dieser herrlichen Idee leben wir allerdings auf der Aussenseite, denn auf der Innenseite leben bereits andere Menschen. Nämlich der "Homo Gigantus", ein 3,5 bis 4 Meter großer Mensch. Der wird tatsächlich so genannt und hat nichts mit dem gleichnamigen angeblich größten Dildo zu tun. Die Eingänge zu diesem Paradies liegen am Nord- und Südpol.
Natürlich wissen unsere Regierungen längst bescheid, aber verheimlichen alles.
"Warum gibt es keine Satellitenaufnahmen von den Polen? Ist es nicht äußert eigenartig, dass es in einer Zeit, da wir Sonden zum Mars und Neptun schicken, nicht möglich sein soll, Satellitenaufnahmen der beiden Polgebiete zu machen?"Das nebenstehende Bilder der ESA und auch dessen hochaufgelöster Bruder, scheinen den Autoren nicht sonderlich zu beeindrucken oder er kennt sie nicht.
14. Januar 2008
Die Welt auf links
InnenwelttheorieRolf Keppler (angeblich verwandt mit Johannes Kepler) hat es verstanden: Die Erde ist eine Kugel! Was unser Aushilfsphysiker ebenfalls verstanden hat ist, dass wir im Inneren der Erdkugel leben. Wir sind quasi der Inhalt des größten Überraschungseis der Welt. Man könnte auch sagen, wir tragen die Erde "auf links".
Herr Keppler beantwortet natürlich auch alle Fragen, die sich angesichts dieser ein wenig überraschenden Erkenntnis ergeben: Warum ist uns bisher verborgen geblieben, dass die Sonne uns näher ist als Australien? Wie finden all die Planeten Platz in einer Kugel mit nur 12.000 km Durchmesser?
Nicht verzeihen können wir jedoch die Rubrik "Tips für die eigene Homepage". Wer eine Site in Farben erstellt, die in der Lage sind epileptische Anfälle auszulösen, dazu im Design aus dem letzten Jahrhundert, sollte anderen nur eine Empfehlung geben: "Wenn Ihr so viel vom Webdesign versteht wie ich, lasst die Finger davon!"
Meinen weiblichen Lesern empfehle ich noch die Seite Freundin, auf der Herr Keppler schon seit Jahren eine Freundin sucht.
Lasst Euch überzeugen!
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Das Internet und das reale Leben strotzen nur so vor toller Ideen gegen den gesunden Menschenverstand. Das umfasst Esoterik, Religion und einen Haufen anderer Weltbilder. Ich habe die überzeugendsten gesammelt, um sie einem größeren Publikum zu präsentieren. Leider muss ich mich aus rechtlichen Gründen brav von allen Links distanzieren.