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19. September 2009

Zu Nebenwirkungen fragen Sie..

zum Beispiel die Website des Herstellers.

Als meine letzte Gala ausgelesen und das Fernsehprogramm nur auch aus "Ruf mich an.."-Spots bestand, reichte mir die beste aller Frauen zur Bekämpfung der Langeweile das "arzneimittel-telegramm" vom Mai diesen Jahres. Ein kleines Blättchen, das bisher auf der Liste meiner Lieblingszeitverschwendungen sehr weit unten stand.

Zu Unrecht. So las ich von "Alli" einem rezeptfreien gastrointestinaler Lipasehemmer. Das klingt jetzt fast, als wüsste ich was das bedeutet. Ich habe es aber nur abgeschrieben. Was ich verstanden habe, ist, dass es um ein Präparat geht, dass der Gewichtsreduktion dient.

In den letzten Jahren ist es ja zunehmend aus der Mode gekommen, Übergewicht mit Sport und adäquater Ernährung zu bekämpfen. Inzwischen schaut man ja in bass erstaunte Speckbacken, wenn man dem Einen oder Anderen mitteilt, dass man auch ohne Operation abnehmen kann.

Alli jedenfalls soll dafür sorgen, dass das Fett der Nahrung im Magen-Darmtrakt nicht aufgenommen wird. Das hilft dann kurzfristig abzunehmen, hat aber auch unangenehme Nebenwirkungen:
  • fettiger öliger Stuhl
  • Flatulenz mit Stuhlabgang
  • Stuhlinkontinenz
  • etc.
Es besteht also die Gefahr, dass ich mir in der Öffentlichkeit in die Hose mache und trotzdem nach kurzer Zeit wieder genauso dick bin wie zuvor.
Der Rat des Herstellers dazu ist nicht etwa den Scheiß abzusetzen und sich vernünftig zu ernähren sondern:

...it's probably a smart idea to wear dark pants, and bring a change of clothes with you to work."
(...es ist wahrscheinlich eine clevere Idee dunkle Hosen zu tragen und Wechselkleidung mit zur Arbeit zu nehmen.)


Das Urteil des arzneimittel-telegramms ist dann auch eindeutig:

Das Geld und die unangenehmen Erfahrungen mit ALLI kann man sich sparen: Nicht kaufen!

27. März 2009

Die paramedizinische Revolution kommt näher

In meinem letzten Post habe ich die Schweizer als "schrullig" bezeichnet. Das war natürlich nicht gerecht. Ich muss zwar immer schmunzeln, wenn Schweizer im Deutschen Fernsehen untertitelt werden, auch wenn sie deutsch sprechen. Trotzdem kann ich mich einer gewissen unbegründeten Sympathie nicht erwehren.

Vor kurzem bekam ich eine Mail, die mich aber kurz dazu bewog, meine Sympathie zu überdenken. Der Absender, selbst Schweizer, informierte mich, dass sein Heimatland, überhaupt der direkten Demokratie ja sehr zugeneigt, am 17. Mai darüber abstimmt, ob nicht alle Medizinrichtungen mit wissenschaftlich nicht belegten (vermutlich weil nicht existenten) Nutzen, staatlich subventioniert werden sollen. Das ganze heißt dann "Zukunft mit Komplementärmedizin". In der Konsequenz sollen so überzeugende Modelle wie die Homöopathie, Neuraltherapie, TCM, naja und halt der ganze andere Blödsinn der immer in diesem Kontext genannt wird, zur Grundsicherung der Schweizer zählen.

Da haben sich dann sogar Nationalrats- und Städteratsmitglieder entblödet die Kampagne zu unterstützen.

Die Initiatoren haben aber auch einen gewissen Sinn für Humor bewiesen. Fordern sie doch tatsächlich:

Es sollen mehr Forschungsgelder für die Komplementärmedizin eingesetzt werden.

Wie bitte? Durch die Forschung wissen wir doch so sicher, dass es sich bei diesen Medizinrichtungen um Blödsinn handelt. Man kann doch nicht Forschungsgelder einfordern, um nachher die Ergebnisse zu verschweigen und zu ignorieren.

All das wären ja vortreffliche Vorlagen, um mit billigen Zoten über die Schweizer herzuziehen, wenn ich nicht fest davon überzeugt wäre, dass so etwas in Deutschland auch jederzeit möglich wäre.

Meinen Dank in die Berge für den Tipp!

16. März 2009

Nischengeschäfte (2)

Ich war ja immer der Meinung, Homöopathie sei zu nichts nutze. Das stimmt aber nicht. Die Kügelchen sind zwar so wirksam wie ein Korken bei Durchfall, aber es gibt Leute, die viel Geld damit verdienen. So viel, dass ich heute wieder einen Buchladen vorstellen kann, der nur Bücher zu einem einzigen Thema verkauft.
Ihr ahnt es schon: Genau, Homöopathie. Und den Laden in Berlin gibt es schon seit Jahren.

Übrigens, kritische Bücher über die Homöopathie gibt es dort nicht. Ich habe gefragt. Dabei hätte ich dem Besitzer das eine oder andere empfehlen können.

8. Januar 2009

Zeigt her, Eure Schnippis

Immer wieder wird behauptet, Unternehmen bemühten Astrologen oder sonstige Andersbefähigte bei der Auswahl von Bewerbern. Ein Blick auf das Geburtsdatum und Frau Kaputzke wird Vorstandsassistenz oder kann ihre Sachen packen und den Weg zurück in die Gosse gehen.
Es geht aber noch einfacher. Und genauer! Frau Martha Olschewski beherrscht die Kunst des "Penislesens". Da muss der Bewerber dann schon mal im Wortsinne "die Hosen runter lassen". Ein "Fleischpenis" kommt dann in den Vertrieb, denn Männer mit dieser Penisform verfügen oft über ein ausgebildetes Selbstbewusstsein und haben selten Probleme, neue Kontakte zu schliessen.
Die fachliche Eignung eines "Blutpenisses" ist etwas herausfordernder: Beim Blutpenis besteht eine grosse Differenz zwischen der Länge des erigierten und des nicht erigierten Gliedes. Dieser Umstand gestaltet die Deutung der Persönlichkeit des Trägers auf den ersten Blick schwieriger. Der zweite Blick hat dann sicher auf den erigierten Freund zu erfolgen, um die Kapazitäten dieser Mitmenschen richtig nutzen zu können. So bekommt ein Bewerbungsgespräch gleich den Charme einer Pubertierendenparty.
Der Fettpenis ist zwar ästhetisch wie er klingt, scheint aber zu Höherem bestimmt: Zwar ist der Fettpenis für die westliche Welt eher unansehnlich, aber Männer mit diesem Penis sind fast immer vielseitig hochbegabt und sehr erfolgreich. Jetzt kann sich also jeder mal vortsellen, wie der eigene Chef hinterm Hosenlatz aussieht.
Nun fragt sich der geneigte Leser natürlich, "Was ist das, ein Fleischpenis? Habe ich etwas selber einen?" Zur Selbstanalyse empfehle ich die bebilderte Anleitung von Frau Olschewski.

Und was machen wir mit weiblichen Bewerbern? Hier kommt das "Vaginalesen" zum Einsatz. Letzteres ist mit geringen Kenntnissen der Anatomie von Frauen zwar eher ein "Vulvalesen", aber wir wollen mit der Dame mal nicht zu streng sein. Immerhin vermittelt Sie uns hier tradionelles georgisches Wissen. Das Genitallesen war in meiner georgischen Heimat eine weit verbreitete Technik zum Vorhersagen zukünftiger Ereignisse und als Hilfe bei schwierigen Entscheidungen [...]. So hatte ich die Georgier nie gesehen. Aber man lernt ja nie aus.

Wenn sich Leser mit y-Chromosom jetzt der Hoffnung hingeben, auch hier eine bebilderte Anleitung vorzufinden, mögen diese ihren Hormonspiegel wieder runter pegeln. Davon gibt es natürlich keine Fotos. Nur Zeichnungen. Die Welt ist manchmal ungerecht.

Ich habe beschlossen, mir jetzt auf dieser Basis ein zweites Standbein zuzulegen und bei Frau Olschewski in die Lehre zu gehen. Ich bin also zurzeit sehr interessiert an Testpersonen, für die ich ein ganz persönliches Genitalhoroskop erstellen darf. Das erste Semester behandelt jedoch zunächst mal Frauen im Alter von 20 und 35. Bitte meldet Euch.

(Mein Dank für den Hinweis auf diese wunderbare Seite geht an Schlotti)

28. September 2008

Warum Juden eine höhere Lebenserwartung haben

Natürlich weiß ich gar nicht, ob Juden tatsächlich eine höhere Lebenserwartung haben. Es muss aber so sein. Ich habe mich gerade auf der Website von Helmut Pilhar (ein Jünger Ryke Geerd Hamers) darüber habe belehren lassen, wie jüdische Ärzte uns "Arier" umbringen und die Juden retten. Nämlich, trotz des unpassenden Namens, mit der "Germanische Neuen Medizin" (GNM):

In dem Moment, wo alle Juden der Welt die GNM für sich selbst und ihr Volk anwenden und verhindern, dass auch die Nichtjuden diese anwenden können, in dem Moment wird es zu einer kriminellen Handlung. [...]
Wenn ohne Grund jeden Tag 1500 Patienten umgebracht werden, und andererseits kein Jude auf diese Weise umgebracht wird, einzig weil ihm zugestanden wird, die GNM zu kennen und in purer Weise anzuwenden, dann ist es klar, dass dies ein vorsätzliches Verbrechen ist.


So beschreibt Hamer selbst in einem Interview das Verbrechen jüdischer Medizin. Wie einfach die Heilung schwerer Krankheiten mit der GNM insbesondere für Juden ist, zeigt Hamer dann mit einem schönen Beispiel auf:

Aber ich frage mich: warum haben die Nichtjuden nicht die Möglichkeit zur Heilung wie die Juden? Die Juden gehen zu ihrem Rabbiner, der die GNM perfekt kennt und sagen kann: „Du hast einen Konflikt gehabt, von diesem Typ, wollen wir darüber sprechen?“ Wenn zum Beispiel ein Jude einen Konflikt wegen Geld gehabt hat, dann telefoniert der Rabbi gleich mit dem Bankdirektor, wahrscheinlich sein Freund oder Bekannter, und sagt ihm: „Der Patient wurde aufgrund des Problems mit der Bank krank“, und der Bankdirektor antwortet dann: „Oh entschuldige, da kann er zu mir persönlich kommen, ich helfe ihm gleich“. Der Konflikt ist dann sofort gelöst und in Kürze ist der Patient wie zuvor.

Einen Trost sehe ich in dieser an sich ja schockierenden Neuigkeit: Meine jüdischen Freunde sterben zumindest nicht an Krebs. Danke Ryke Geerd.

27. September 2008

David Münnich

Leider gibt es ja auch immer wieder absurde Ideen, die Menschenleben gefährden. Unglücklicherweise nicht die Leben derer, die diese Ideen verbreiten, sondern derer, die in der Regel im Zustand der Verzweiflung, solche Ideen glauben.
Trauriges Beispiel ist die Pseudomedizin. Und hier ragt wohl die "Germanische Neue Medizin" mit einem unglaublich schlechten Heilungs-Tote-Verhältnis heraus.

Ein überzeugter Vertreter ist David Münnich. Er betreibt auch eine Website, auf die Normalsterbliche und insbesondere Skeptiker aber keinen Zugriff haben. Daher kann ich von dem Blödsinn auf der Seite auch nicht berichten. Er gibt aber auch medizinische Ratschläge im Freigeistforum, für die er eigentlich wegen fahrlässiger Körperverletzung eingekerkert gehört. Solange es das Heilpraktikergesetz gibt bleibt das aber wohl nur mein frommer Wunsch.

Beispiele gefällig? Hier:

Und an Herzinfarkt stirbt ma nicht. Man stirbt am Heilungsödem im Hirn in der Epikrise, wenn die Konfliktmasse zu groß war.
Das wäre dann ja auch Revierverlust. Welches Revier hat er verloren?
Wir dürfen uns nicht einbilden, als würden wir die Person kennen, und als würden alle Konflikte offen herum liegen.

Thrombose ist einfach die Heilung vom Selbstwerteinbruch am Bein, dass man etwas mit sich rumschleifen muss bzw "ich hab einen Klotz am Bein den ich nicht loswerd" oder Dinge in der Richtung.
Dadurch werden die Wände der Venen dicker und stärker, damit das Bein "besser" ist.

Blase ist in Aktivität wenn man eine hässliche Schweinerei mit ansehen muss zB Vater schlägt Mutter. Ich seh da jetzt keinen Grund dran zu sterben.


Doch David, man kann daran sterben. Man muss den Quatsch nur glauben und auf bewährte Behandlung verzichten.

21. September 2008

Zwei Ziele, eine Weg

Im Mai hat die Carstens-Stiftung 1 Mio. Euro springen lassen, um an der renommierten Charité Komplementärmedizin erforschen zu lassen. Die Carstensstiftung hat sich nämlich der Förderung der Naturheilkunde und Homöopathie verschrieben.

Das Ziel der Carstensstiftung ist dabei klar formuliert.:

Nur durch erstklassige Forschung können komplementäre Therapieverfahren langfristig gesichert und in die Patientenversorgung integriert werden. Die Professur an der Charité nimmt dabei eine Schlüsselrolle in Deutschland ein. Ich bin überzeugt davon, dass Frau Professor Witt die wissenschaftliche Untermauerung der Komplementärmedizin und damit deren Akzeptanz in Deutschland mit großen Schritten voranbringen wird.

Das klingt mir weniger nach einer ergebnisoffenen Forschung, als vielmehr nach einer Auftragsarbeit.

Die Charitè, scheinbar um ihren Ruf besorgt, ist da deutlich zurückhaltender:

Die Charité ist einer naturwissenschaftlichen Medizin verpflichtet. Wir sehen großen Forschungsbedarf im Bereich Komplementärmedizin und freuen uns, dass mit Frau Professor Witt die ideale Besetzung gefunden wurde, den großen Herausforderungen in diesem Gebiet erfolgreich zu begegnen.

Mal sehen, wer sich durchsetzen wird. Der Bestätigungswille der Geldgeber oder die Bemühung um wissenschaftliche Integrität des Geldempfängers. Beides kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Das haben schon viele erfolglos versucht.

Pressemitteilung der Charité

20. September 2008

Lebensberatung und Heiler GbR (3)

Heute morgen dachte ich an euch und eure Webseiten, und da sah ich ein Licht in der Finsternis, und ich wusste, dass ihr das Licht bringt.

Ich war ganz gerührt, als ich diese Worte las. Eine einfache Website kann Menschen Erleuchtung bringen. Der ganze Aufwand und die Entbehrungen waren nicht umsonst.
Leider schrieb der Autor nicht über meine Site, sondern die von Miriam & Jakob. Ihr erinnert Euch? Die zottelige Grinsekatze und ihr gottesfürchtiges Anhängsel, die mit Hilfe Gottes die Medizin revolutionieren.

Sie haben auf Ihrer Website auch Dankesschreiben veröffentlicht, deren Echtheit nicht zu beweisen ist, an der ich aber nicht eine Sekunde zweifle.

Ich habe schon so oft auf eurer Homepage gelesen und bin berührt von den Zeilen. Fühlt euch umarmt.

...oder der hier:

Vielen herzlichen Dank für eure wunderbaren Seiten, die ihr jedermann so uneigennützig zur Verfügung stellt.

Habe ich da etwas falsch verstanden? Uneigennützig? Es handelt sich um eine GbR. Eine PDF-Datei mit Ihren wirren Ideen kosten 24,00 €. Seminare mit so schönen Titeln wie "Grund-Kurs Licht und Liebe" bis zu 395,00 €.
Ich finde das gut. So kommen die Christenmenschen wenigstens von der Straße weg.

30. August 2008

Wenn keiner mehr mit Dir spricht,...

...weil Du nur noch Blödsinn erzählst, sind da doch noch unsere lieben, kleinen Haustiere, die sich nicht wehren können.
So macht es auch Katinka Witte aus Hamburg und nennt sich selbst "Animalwhisperer".

Ich gehe also in ein intensives Gespräch mit Ihrem Tier, bei dem es sich zu seiner Lebenssituation und allem, was ihm sonst wichtig ist, mitteilen kann. Desweiteren ist es mir als Medium natürlich möglich, dem Tier Ihre Fragen zu stellen.
Voraussetzung hierfür ist allerdings die Bereitschaft Ihres Tieres dazu!


Bisher war ich davon ausgegangen, dass ein Highlight des Tierlebens sei, dass man sich nicht ständig ungefragt voll quatschten lassen muss. Vielleicht ist die mangelnde Bereitschaft unserer kleinen Freunde auch nur die stumme Bitte, man möge Sie in Ruhe lassen und lieber noch mal ein Leckerli rüber rücken.

Wenn man den Tieren diese Art der verbalen Belästigung ersparen will (immerhin wissen die Viecher das sehr ansprechende Äussere der Interviewpartnerin ja kaum zu würdigen), kann man auch ein "Fotoreading" machen lassen. In dem Fall sabbelt der blonde Bomber bloß das Foto voll. Eine für die Tiere wohl erträgliche Lösung.

Ein Fotoreading beinhaltet eine ausführliche Aura- und Chakrenanalyse, ein Körperscreening und natürlich die Beantwortung der von Ihnen formulierten Fragen.
Außerdem erhalten Sie Informationen über die Lebensaufgabe, die Seelenfarbe und die letzte Inkarnation Ihres Tieres.
Das Fotoreading ist mit lebenden und verstorbenen Tieren möglich.


Die meisten, die versuchen könnten mit der Belästigung von Tierbildern Geld zu verdienen, würde man vermutlich einweisen.
Erstaunlich aber, dass es offenbar Menschen gibt, die sich darauf einlassen. Da muss doch schon einiges zusammen kommen. Zunächst muss man dämlich genug sein an Chakren, Inkarnationen, Seelenfarbe und Aura zu glauben. Dann muss man das alles auch Tieren zusprechen. Zu guter letzt muss man die Idee, dass sich solche Dinge über ein Foto übermitteln lassen, mit seinem Gehirnplacebo in Einklang bringen. Gibt es Menschen, die das nicht für bekloppt halten?

Mit welchen Tieren spricht Kati überhaupt? Auch mit der Wespe, die hier gerade ramdösig gegen meine Fensterscheibe fliegt? Den Silberfischen in meiner Küche? Ich werde Sie mal fragen...

15. Juli 2008

Der Herr der Ringe (5)

Nun habe ich schon seit einigen Wochen die Ringe, die mir das ewige Leben schenken sollen. Schön sind sie leider nicht. Sie sehen eher aus, wie die Abfallprodukte bei der Herstellung von Plastikgabeln.

Ich bin aber begeistert von den ersten Erfahrungen! Es geht mir bestens. Vorher ging es mir zwar auch gut, aber jetzt sind bestimmt die Ringe die Ursache.

Auch was die versprochene Unsterblichkeit angeht, bin ich vorsichtig optimistisch. Ich lebe immer noch! Ich kann die Behauptung von Herrn Chiu also bislang nicht widerlegen.
Wenn das noch ein bisschen so bleibt, halte ich Euch weiter auf dem Laufenden.

12. Juni 2008

Der Herr der Ringe (4)


Ganz kurze zwei Monate habe ich ja an der Redlichkeit von dem innovativen Forscher Alex Chiu gezweifelt. Hatte er mir doch für meine Werbeinitiative zwei Exemplare seiner lebensverlängernden Ringe versprochen.

Heute fand ich neben dem Skeptiker 2/08 auch meine Gadgets in der Post vor. Ein bisschen enttäuscht war ich allerdings schon, als ich die Verpackung sah. Die Firma "Immortality Devices" klang ja erstmal vielversprechend. In der Deklaration für den Zoll heißt es aber "plastic jewelry". Plastikschmuck soll also mein Lebensende vermeiden?
Als Wert hat der gute Alex "1.5$" angegeben. Wer die Unsterblichkeit kaufen will, muss dafür aber 28$ hinlegen.
Aber ich will die Ringe ja nicht nach der Verpackung bewerten. Ich werde sie in den nächsten Tagen mal ausprobieren.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

30. April 2008

Der Herr der Ringe (3)

Was ist nur los? Vor mehr als einem Monat habe ich (bereits zum zweiten Mal) die Ringe angefordert, die mir die Unsterblichkeit garantieren.
Die Antwort von Alex: Nichts. Schweigen. Die ewige Ruhe.

Ich fange an mir Sorgen zu machen. Ist der werte Herr Chiu etwa verstorben?

Ich habe mal angefragt:

Dear Mr. Chiu,

a couple of weeks ago I ordered my free rings after delivering more than 90 Klicks on your website (more than 120 at the time being). My ID is 1200XXXXXX.

What happened?
If you forgot what you promised, here is your own anouncement:

http://www.alexchiu.com/intelliscript/addlink_lwp.cgi

Are you cheating or will I get my rings?

Regards
Zaphod


Ich halte Euch auf dem Laufenden.

3. April 2008

Lebensberatung und Heiler GbR

Miriam & Jacob, ein wirklich abstossend glückliches Christenpaar, das von sich glaubt auch schon mal Maria Magdalena & ein Jünger Jakobus gewesen zu sein, haben eine Firma mit dem schönen Namen Lebensberatung und Heiler GbR gegründet. Wie sich die Idee der Reinkarnation mit dem christlichen Glauben verbinden lässt, lassen die Beiden offfen.
Besonders wichtig scheint Ihnen aber der Begriff "Heiler" zu sein. So erzählen sie uns in endlos langen Texten alles, was sie so über Krankheiten wissen:

Krankheiten sind die Sprache der Seele. Wir haben für euch diese Seelensprache übersetzt.

So sieht diese Übersetzung dann aus, wenn Miriam und Jakob Männerkrankheiten erkläre:
Bei der vorzeitigen Ejakulation ist die Ursache in der Selbstbefriedigung im Teenageralter zu suchen. Es sollte niemand merken, deshalb musste es immer schnell gehen. Dies ist in dir abgespeichert.

Vorhautverengung: [...]
Du wolltest nicht als Junge zur Welt kommen. Dir fehlt es an Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein. Du fühlst dich anderen gegenüber minderwertig.

Penis...eingerissen und blutend
Du hast die Freude an der Sexualität verloren. Das kann daran liegen, dass du dich von deiner Partnerin sexuell benutzt fühlst.

Na, mit dem Wissen geht es einem ja trotz Blut am Gemächt gleich besser!
Frauen haben es derweil auch nicht leicht:

Hängebrüste
Du fühlst dich in deiner Rolle als Mutter nicht gewachsen. Du bist traurig über die Geschehnisse und nicht in der Lage, diese zu ändern. Dies löst großen Kummer in dir aus.

Gebärmutterhalskrebs
Dein Partner hat dich schwer enttäuscht.

Scheidenkrampf [...]
Deine Abwehrhaltung wurde durch eine Vergewaltigung ausgelöst.

Es kann sich auch um ein Trauma aus einer früheren Inkarnation handeln.

Diabetes
Du bist traurig über den Verlust einer lieben Person.

Allein die Idee "Hängebrüste" als Krankheit und Diabetes als Frauenkrankheit zu definieren ist zumindest einfallsreich.
Nachzulesen sind diese zentralen Informationen unter http://www.lichtheilung-web.de. Aber das ist nur der Einstieg, ich werde auch zukünftig von den beiden berichten.

30. März 2008

Alle Schlechte kommt von oben

Es gab Zeiten da war Twix noch Raider, Jogging noch Waldlauf und Voten noch Wählen. Damals waren Kondensstreifen auch noch Kondensstreifen. Heute klären uns Menschen mit vielfältiger Ausbildung (leider keine so ganz zum Thema passend) auf, dass viele davon (die Streifen, nicht die Menschen) in Wirklichkeit "Chemtrails" sind. Also gezielt, aber geheim gesprühte Chemikalien, die unser Leben beeinflussen.
So weit, so naheliegend. Leider ist aber der Urheber und der Zweck noch unklar und die Erklärungen daher vielfältig. Als Urheber kommen, je nach Quelle folgende Verdächtige in Frage:

> USA, die sind ja immer dabei
> Vereinte Nationen
> Juden, inklusive der ihnen eigenen Weltverschwörung
> Illuminaten, die gibt's angeblich immer noch
> Freimauerer

Je nach Quelle soll eines der folgenden Ziele erreicht werden.

> Kampf gegen die Klimaerwärnung
> Gedankenkontrolle
> Geburtenkontrolle
> Als medizinische Experimente

Manch einer mag die Befundlage etwas vage finden. Kämpfen hier Juden gegen die Klimaerwärmung oder wollen die Freimaurer die Geburten kontrollieren?
Egal, absudeidee.de wäre nicht nah am Leser, wenn wir nicht eine Lösung parat hätten. Es gibt nämlich einen einfachen Weg den Chemtrails eine lange Nase zu zeigen. Laut Energiebilderarchiv gibt es nebenstehendes Symbol, das die Giftstoffe der „Chemtrails“ auflöst.

Woher wissen die das?

Das wundervolle Schutzsymbol „Anandara“ wurde uns in einem Channeling für den dritten Band der „Gespräche mit Erzengel Michael“ von dem aufgestiegenen Meister El Morya durchgegeben.

Aaaah ja, klar, ich bin überzeugt!

Es reicht, das Symbol auszudrucken und irgendwo hinzulegen. Man kann auch das Zimmer tapezieren oder es sich auf die Glatze tätowieren. Nur zur Sicherheit.

27. März 2008

Der Herr der Ringe (2)

Schönen Dank erstmal!

Inzwischen haben mehr als einhundert Nutzer, die auf den Banner von Alex Chui geklickt haben. Ich habe vor einigen Tagen die Ringe bestellt. Bisher habe ich noch keine Rückmeldung. Ich hoffe aber, ich sterbe nicht, bevor die Ringe bekomme. Was soll ich denn dann noch mit der versprochenen Unsterblichkeit anfangen?

Ich halte Euch auf dem Laufenden

17. Februar 2008

Die Violetten

Jetzt, da sich die Linken von Ewiggestrigen in die ganz linke Sackgasse haben führen lassen, suche ich natürlich nach einer politischen Alternative! Die habe ich inzwischen gefunden! Die Violetten, die Partie für spirituelle Politik, traten sogar zur Bundestagswahl 2005 an. Es hat leider nicht ganz gereicht. Exakt 2440 Zweitstimmen (davon waren etwa ein Virtel die Parteimitglieder) reichten leider nur für gerundete 0,005%. Aber die nächsten Wahlen stehen ja vor der Tür. Hier ein paar Ausschnitte aus dem Wahlprogramm:

Zur Gesundheitspolitik: "Da es einen »Zufall« im üblichen Sinne des Wortes nicht gibt, haben auch Krankheiten oft einen tieferen Sinn, es liegen Ursachen vor, die es aufzudecken und zu behandeln gilt, damit der Heilungsprozess einsetzen kann. [...] Dazu wird es Genesungsstätten geben, die dem kranken Menschen im geistigen, seelischen und körperlichen Bereich ein Optimum an Pflege, Harmonie und Stärkung zuführen."

Oder zum Rechtswesen: "Der »Strafvollzug« ist in erster Linie als Aufklärung der »Straftäter« über ihre Tat und die Bedeutung der Gemeinschaft für den Einzelnen anzusehen. Es werden z. B. Meditationsübungen und Seminare zur Bewusstseinsentwicklung angeboten. Der »Straftäter« trägt dazu bei, den von ihm angerichteten Schaden wieder gutzumachen."

Ein Urteilsspruch zu 2 Jahren Meditation auf Bewährung ist also nicht mehr fern. Da geh' ich doch lieber ins Arbeitslager!

7. Februar 2008

Jo Conrad (4)

Was alles so zu den Pseudoproblemen der Esoterkikergesellschaft im Geistfreiforum von Jo Conrad zu lesen ist, kann einem ja wirklich die Laune erhellen.
Manchmal ist es aber so gar nicht amüsant. Nämlich immer dann, wenn Menschen mit echten Problemen nach Hilfe suchen. Nun kann man sich fragen, warum man einen Haufen Bekloppter zu medizinischen Themen um Rat fragt. Aber wenn Verzweilung und Leichtgläubigkeit zusammen kommen, ergibt wohl auch das noch einen Sinn.

Seit über einer Woche wird jetzt schon über einen Menschen mit Zungenkrebs diskutiert. Hier sind die vorgeschlagenen Ursachen für die Erkrankung:

"zunge und klitoris sind sogeannte homologe organe. das heist,sie entstehen aus demselben keimblatt oder so. ebenso die eichel beim mann. es könnte also was mit der sexualittät zu tun haben."

"Der Aufwand, den der Organusmus betreibt, um Symptome zu produzieren, ist beachtlich. Allein schon aus diesem Grund müsste jedem klar sein, dass dies in der Absicht geschieht, etwas Wichtigeres zu heilen."

"Wenn es wirklich weit wächst, dann muss es ein größerer Schock mit etwas in dem Mund verbunden sein (Führerschein abgeholt und man musste in ein Röhrchen pusten....?)."


Auch die Behandlungsmethoden, zeugen von mehrjähriger Ausbildung in "Dummes Zeug":

"Es gibt sehr fähige Naturheilpraktiker die eine praktische une effiziente Hilfe anbieten können, z.B. mit Eisenspritzen oder Homöopathie, Hypnose, etc."

"ruf mal hier an: 05xxx-7xxxx1, K. hilft Dir weiter und hat auch Insiderwissen.
Ich hätte das ja mit Vitamin A bepinselt."

"Ein Doktor Nowicki, Wien, hat ein scheinbar hochwirksames Medikament gegen Krebs entwickelt. Es muss ein ziemlich wirksames Mittel sein, denn seit Nowicki es publiziert- und die Kaufangebote der Pharmaindustrie abgelehnt hat, bekommt er anonyme Anrufe in denen sein Leben bedroht wird"


Lebensbedrohung als nennenswerten Wirksamkeitsbeweis, fand ich schon wieder fast zum lachen. Ansonsten fehlte mir folgender, sicherlich weiterführender Rat:

"Frag' nicht uns, wenn wir Ahnung hätten, würden wir doch nicht jeden Blödsinn glauben. Es gibt Menschen, die sich mit so etwas auskennen!"

2. Februar 2008

Tachyonen Shirts

Tachyonen sind hypothetische Teilchen, die sich schneller als das Licht bewegen. Das muss man sich so vorstellen: Die Physik kennt Teilchen, die sich langsamer Bewegen als das Licht (Tardyonen) und solche, die sich genau mit Lichtgeschwindigkeit bewegen (Luxonen). Da haben sich wohl mal ein paar Physiker bei einem Bierchen Gedanken gemacht, wie wohl Teilchen aussähen, die sich schneller als das Licht bewegen. Sie würden sich beispielsweise rückwärts in der Zeit bewegen.
Ein Existenznachweis der Tachyonen würde sicherlich den Nobelpreis nach sich ziehen.

Das ist allerdings nicht das Ziel von (Prof. Dr. phil.) Tepperwein. Er hat diese Teilchen offenbar nicht nur nachgewiesen, sondern auch schon eingefangen und nutzbar gemacht. Er verkaufte nämlich "Tachyonen Polo Shirts" für 32,70 €.

Diese Shirts, die "in einem elektrischen Vakuum harmonisiert (tachyonisiert) wurden, sind in der Lage, elektromagnetische Energie in positive Energie umzuwandeln."

Man stellt sich die berechtigte Frage, woher jemand, der so einen Unfug verbreitet, seinen Professorentitel hatte.
Ich sag's Euch: Erstens von einer Universität in den USA, die diese Titel verkauft und zweitens von einem esoterischen Workshop, der den Namen "Universität" trug. "Nicht ganz sauber", mag man da denken. Stimmt. Kurti musste auch nach seiner Veruteilung wegen "Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen" alle Titel blank schmeissen. Seitdem ist er nur noch Kurt.
In Wirklichkeit ist er übrigens Schreiner und Heilpraktiker, das klingt aber so doof.

31. Januar 2008

Auf halbem Weg zur Unsterblichkeit

Ich erinnert Euch an Alex Chiu, der Mann, der mit Hilfe von magnetischen Ringen die Unsterblichkeit möglich machen kann. Nur 60 Klicks auf seinen Banner und meine Lichter gehen nicht mehr aus. 30 haben ich schon zusammen. Also bitte helft mir!
Angeblich prüft er mit der IP-Adresse und Cookies, dass auch keiner doppelt klickt. Zumindest das mit den Cookies stimmt nicht. Ich habe es geprüft. Ein Cookie wird nicht angelegt. Ihr könnt also jeden Tag neu klicken (und den folgenden Link).

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Buchempfehlung des Monats (Januar '08)

Vertreter alternativer Meinungen und Methoden behaupten gerne, die von ihnen behaupteten Phänomene entzögen sich der Möglichkeit der wissenachaftlichen Prüfung (so die Homöopathie). Nach diesem Buch sollte auch der Laie erkennen, dass das nicht stimmt. Dass es eher die Ergebnisse der Überprüfung sind, vor der sich diese Leute fürchten.
Martin Lambeck führt in kleinen Schritten und anhand von Beispielen in die wissenschaftliche Methodik ein. Dabei gelingt es ihm auch für Nicht-Fachleute verständlich zu schreiben.

Martin Lambeck ist Physiker, Professor an der TU Berlin sowie Mitglied des Wissenschaftsrates der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP).