Die Vertreter der christlichen Religionen haben ja in letzter Zeit wieder mit interessanten Deutungen der Gegenwart von sich reden gemacht.
Anlässlich seiner Afrikareise hat unser aller Papst nochmal darauf hingewiesen, dass Kondome gegen HIV keine so gute Idee seien. Vielmehr solle man doch gefälligst auf jeden außerehelichen Sex verzichten. Da hat der alte Sack natürlich leicht reden. Wem auch nur das geringste an Sex liegt, hätte wohl kaum seine Laufbahn eingeschlagen.
Welche Folgen es hat, wenn lustfeindliche Enthaltsamkeit als Ersatz für geschützten Sex angesehen wird, kann man in den USA beobachten. Wenn dort die Hormone die Übermacht über den religiösen Blödsinn errungen haben, sind die Jugendlichen in der Regel nicht sonderlich gut vorbereitet. Wo sich europäische Jugendliche schon mit Kondomen eingedeckt haben, wundern sich die Ami-Kids noch, dass die Enthaltsamkeit im Eifer des Gefechts gar nicht so leicht ist.
Das Ergebnis ist die höchste Quote an Geschlechtskrankheiten unter allen Industrienationen und eine erhöhte Menge von Schwangerschaften Minderjähriger, je höher der Einfluss der Kirche ist.
Um die kontroverse Meinung noch zu toppen, hat sich ein paar Tage später der Augsburger Bischof dazu hinreissen lassen, den Nationalsozialismus und den Kommunismus als Folge des Atheismus zu bezeichnen.
Vielleicht wird so eine Botschaft für die Menschen daraus: Kondome nur für Atheisten.
23. April 2009
31. März 2009
Zitat des Monats (März '09)
Es gibt Menschen, mit denen will man ums Verrecken nicht einer Meinung sein.
Heinz Rudolf Kunze
Heinz Rudolf Kunze
30. März 2009
Altersweisheit
Mit zunehmenden Alter werde die Menschen ja häufig ein bisschen merkwürdig. Vergessen das Gebiss im Glas, kaufen sich einen kleinen Fiffy oder hängen wirren Ideen nach. Letzteres gilt leider auch für solche Menschen, denen wir mal das wohl unseres Heimatlandes in die Hände gegeben haben. So wie Andreas von Bülow.Früher mal Forschungsminister, heute erzählt er der Welt, was am 11. September 2001 in New York passiert bzw. nicht passiert ist.
Auf keinen Fall sind damals von Terroristen entführte Flugzeuge in das World Trade Center geflogen, dass daraufhin einstürzte und 3000 Menschen in den Tod riss. Neiiin. Vielmehr hat die amerikanische Regierung unter Beteiligung der israelischen Weltverschwörung ferngesteuerte Flugzeuge in das WTC geflogen, es im Anschluss gesprengt und zum feierlichen Abschluss auch noch ein weiteres Gebäude gesprengt, dass vorher als Steuerzentrale des ganzen Vorganges gedient hatte.
Leichtgläubige Menschen würden jetzt einwenden, dass doch Zeugen aus den Flugzeugen mit Ihren Angehörigen telefoniert hätten und von Terroristen berichteten. "Haa!" sagt da unser adeliger Ex-Politiker. Das waren Stimmenimitatoren.
Die Quellenlage sieht dann ungefähr so aus:
- ... anonymer Experte, zitiert auf einer Website
- Nach Schätzungen...
- In einem Beitrag im Internet wird behauptet...
Der Autor hat 245 Fußnoten im Buch verstreut. Alle brisanten Information bleiben aber unbelegt.
Die einzelnen Behauptungen, werde ich in meinem anderen Blog "Die Verschwörer" nach und nach behandeln, den ich auf diesem Wege gerne vorstellen möchte.
27. März 2009
Die paramedizinische Revolution kommt näher
In meinem letzten Post habe ich die Schweizer als "schrullig" bezeichnet. Das war natürlich nicht gerecht. Ich muss zwar immer schmunzeln, wenn Schweizer im Deutschen Fernsehen untertitelt werden, auch wenn sie deutsch sprechen. Trotzdem kann ich mich einer gewissen unbegründeten Sympathie nicht erwehren.Vor kurzem bekam ich eine Mail, die mich aber kurz dazu bewog, meine Sympathie zu überdenken. Der Absender, selbst Schweizer, informierte mich, dass sein Heimatland, überhaupt der direkten Demokratie ja sehr zugeneigt, am 17. Mai darüber abstimmt, ob nicht alle Medizinrichtungen mit wissenschaftlich nicht belegten (vermutlich weil nicht existenten) Nutzen, staatlich subventioniert werden sollen. Das ganze heißt dann "Zukunft mit Komplementärmedizin". In der Konsequenz sollen so überzeugende Modelle wie die Homöopathie, Neuraltherapie, TCM, naja und halt der ganze andere Blödsinn der immer in diesem Kontext genannt wird, zur Grundsicherung der Schweizer zählen.
Da haben sich dann sogar Nationalrats- und Städteratsmitglieder entblödet die Kampagne zu unterstützen.
Die Initiatoren haben aber auch einen gewissen Sinn für Humor bewiesen. Fordern sie doch tatsächlich:
Es sollen mehr Forschungsgelder für die Komplementärmedizin eingesetzt werden.
Wie bitte? Durch die Forschung wissen wir doch so sicher, dass es sich bei diesen Medizinrichtungen um Blödsinn handelt. Man kann doch nicht Forschungsgelder einfordern, um nachher die Ergebnisse zu verschweigen und zu ignorieren.
All das wären ja vortreffliche Vorlagen, um mit billigen Zoten über die Schweizer herzuziehen, wenn ich nicht fest davon überzeugt wäre, dass so etwas in Deutschland auch jederzeit möglich wäre.
Meinen Dank in die Berge für den Tipp!
Maria Esmeralda (2)
Es ist an der Zeit mal wieder über Maria Esmeralda zu berichten. Nicht, dass Sie meinen Antwortbrief mit einer Reaktion geadelt hätte. Trotzdem bin ich inzwischen im Besitz vierer Ihrer Serienbriefen. In allen wird mir von meinem bevorstehenden Glück berichtet, nur um mir auf der letzten Seite aufzulisten, was ich dafür zu bezahlen habe. Heute will ich Euch erstmal vom zweiten Brief berichten, der bereits im Januar kam, also sehr kurz nach dem ersten. Er begann so:
Vor einiger Zeit, als ich vor dem Kamin saß und mich ganz fest auf mein magisches Buch konzentrierte, geschah es, dass ich in leuchtenden Buchstaben Ihren Namen, Zapod [...] vor mir sah!
Ihre Visionen haben also die gleichen Probleme meinen Namen richtig zu schreiben, wie sie selbst. Trotzdem hatte ich nach dem Satz gar nicht mehr das Gefühl einen anonymen Serienbrief bekommen zu haben. Es war ein ganz individueller Serienbrief. Ich fühlte mich soo verstanden!
Höhere Mächte haben mir befohlen, Ihnen zu helfen!
Um eines Vorweg zu nehmen, die höheren Mächte haben nicht befohlen, das auch kostenfrei zu erledigen.
Nach dieser fröhlichen Botschaft muss aber erstmal der nötige Druck aufgebaut werden. Nach fünf (!) gedruckten Seiten weiteren Blablas:
Ich muss daher unbedingt innert 10 Tagen eine Nachricht von Ihnen erhalten.
Das Wort "innert" ist im Übrigen keine schrullige Eigenart einer schrulligen alten Tante. Vielmehr ist es eine schrullige Eigenart eines ganzen schrulligen Volkes. In der Schweiz ist das Wort ganz normal. Was will man erwarten von einem Land, dass Motorräder "Töffs" nennt.
Wenn der Druck aufgebaut ist, wird es Zeit für eine handfeste Drohung:
Es wird nur während dieser 28 Tage funktionieren. Danach kann ich nichts weiter für Sie tun.
Wenn man bedenkt, dass Sie nichts mehr für mich tun kann, ist es doch umso erstaunlicher, dass ich danach noch zwei weitere Serienbriefe bekommen habe.
Ich will es kurz machen. Wenn man sich durch sechs Seiten erbärmlichen Hokuspokus' gekämpft hat, sich über die aufgedruckte Unterschrift gefreut hat, kommt Madame endlich zum Punkt:
Die Abschrift der geheimen Anweisungen aus dem Buch der Magie, die ich für ein nicht näher beschriebenes Ritual benötige, kostet weitere 50 Öcken. Dafür bekomme ich aber einen Mondstein geschenkt, den ich auf jeden Fall behalten darf.
Das ist ein bisschen, als wenn man das Monatsjournal der Modellbahnfreunde abonniert und als Belohnung dafür ein Schlüsselband der Gewerkschaft der Geldbriefträger bekommt. Man weiß gar nicht, was von beiden nutzloser ist.
Ein Zitat noch aus dem Brief. Der erste Satz neben dem Bild der alten Schreckschraube lautet:
Ich möchte Ihnen die unfehlbare Methode anbieten, mit der Sie dank der unglaublichen Kraft des zunehmenden Mondes an einen beträchtlichen Geldbetrag kommen - und das GRATIS"
Das Wort "gratis" war tatsächlich "GRATIS" geschrieben, hat also wohl eine gewisse Bedeutung. 50 € ist wohl die befremdlichste Definition des Wortes "gratis", die mir bisher untergekommen ist.
Vor einiger Zeit, als ich vor dem Kamin saß und mich ganz fest auf mein magisches Buch konzentrierte, geschah es, dass ich in leuchtenden Buchstaben Ihren Namen, Zapod [...] vor mir sah!
Ihre Visionen haben also die gleichen Probleme meinen Namen richtig zu schreiben, wie sie selbst. Trotzdem hatte ich nach dem Satz gar nicht mehr das Gefühl einen anonymen Serienbrief bekommen zu haben. Es war ein ganz individueller Serienbrief. Ich fühlte mich soo verstanden!
Höhere Mächte haben mir befohlen, Ihnen zu helfen!
Um eines Vorweg zu nehmen, die höheren Mächte haben nicht befohlen, das auch kostenfrei zu erledigen.
Nach dieser fröhlichen Botschaft muss aber erstmal der nötige Druck aufgebaut werden. Nach fünf (!) gedruckten Seiten weiteren Blablas:
Ich muss daher unbedingt innert 10 Tagen eine Nachricht von Ihnen erhalten.
Das Wort "innert" ist im Übrigen keine schrullige Eigenart einer schrulligen alten Tante. Vielmehr ist es eine schrullige Eigenart eines ganzen schrulligen Volkes. In der Schweiz ist das Wort ganz normal. Was will man erwarten von einem Land, dass Motorräder "Töffs" nennt.
Wenn der Druck aufgebaut ist, wird es Zeit für eine handfeste Drohung:
Es wird nur während dieser 28 Tage funktionieren. Danach kann ich nichts weiter für Sie tun.
Wenn man bedenkt, dass Sie nichts mehr für mich tun kann, ist es doch umso erstaunlicher, dass ich danach noch zwei weitere Serienbriefe bekommen habe.
Ich will es kurz machen. Wenn man sich durch sechs Seiten erbärmlichen Hokuspokus' gekämpft hat, sich über die aufgedruckte Unterschrift gefreut hat, kommt Madame endlich zum Punkt:
Die Abschrift der geheimen Anweisungen aus dem Buch der Magie, die ich für ein nicht näher beschriebenes Ritual benötige, kostet weitere 50 Öcken. Dafür bekomme ich aber einen Mondstein geschenkt, den ich auf jeden Fall behalten darf.
Das ist ein bisschen, als wenn man das Monatsjournal der Modellbahnfreunde abonniert und als Belohnung dafür ein Schlüsselband der Gewerkschaft der Geldbriefträger bekommt. Man weiß gar nicht, was von beiden nutzloser ist.
Ein Zitat noch aus dem Brief. Der erste Satz neben dem Bild der alten Schreckschraube lautet:
Ich möchte Ihnen die unfehlbare Methode anbieten, mit der Sie dank der unglaublichen Kraft des zunehmenden Mondes an einen beträchtlichen Geldbetrag kommen - und das GRATIS"
Das Wort "gratis" war tatsächlich "GRATIS" geschrieben, hat also wohl eine gewisse Bedeutung. 50 € ist wohl die befremdlichste Definition des Wortes "gratis", die mir bisher untergekommen ist.
16. März 2009
Nischengeschäfte (2)
Ihr ahnt es schon: Genau, Homöopathie. Und den Laden in Berlin gibt es schon seit Jahren.
Übrigens, kritische Bücher über die Homöopathie gibt es dort nicht. Ich habe gefragt. Dabei hätte ich dem Besitzer das eine oder andere empfehlen können.
Buchempfehlung des Monats (Februar '09)
Stephen Hawking ist wohl der bekannteste Physiker seit Albert Einstein. Er ist in der Lage Phänomene der Physik verständlich zu erzählen. Das ist in diesem Buch auch noch mit schönen Illstrationen verbunden. Wer also etwas über die Relativitätstheorie, Zeitreisen oder die Endlichkeit des Universums wissen möchte, aber keine Zeit für ein Physikstudium hat, ist mit diesem Buch gut bedient.
Mit diesem Buch werde ich die regelmäßige monatliche Buchempfehlung erstmal beenden. Ich kann einfach nicht so schnell lesen, dass ich jeden Monat eine neue Empfehlung hätte. Trotzdem werde ich Euch von Zeit zu Zeit von den Büchern berichten, die mir besonders gut gefallen habben.
Mit diesem Buch werde ich die regelmäßige monatliche Buchempfehlung erstmal beenden. Ich kann einfach nicht so schnell lesen, dass ich jeden Monat eine neue Empfehlung hätte. Trotzdem werde ich Euch von Zeit zu Zeit von den Büchern berichten, die mir besonders gut gefallen habben.
23. Februar 2009
Wie man als Volk entscheidet
Meine Leser, die nicht aus Berlin kommen, werden vermutlich gar nicht wissen, dass bei uns am 26.04.09 ein Volksentscheid ansteht. Es geht um den Religionsunterricht, der nämlich in Berlin vernünftigerweise kein Pflichtfach ist, sondern ein freiwilliges Angebot. Stattdessen gibt es ab der siebten Klasse das Fach Ethik als Pflichtfach.
Ein moralische Erziehung ohne den allwissenden Zausel, der von seiner Wolke den großen Lauschangriff laufen lässt, ist den Pfaffen natürlich ein Dorn im Auge. Daher gab es ein Volksbegehren mit dem Ziel Ethik durch ein nach Konfessionen getrenntes Fach "Ethik/Religion" zu ersetzen.
So weit, so schlecht. Ich habe schon mehrfach den Bildungsauftrag meines Blogs betont. Daher möchte ich die Berliner unter meinen Lesern heute über den richtigen Umgang mit dem Volksentscheid aufklären. Mein Tipp: Nicht beachten!
Der Grund dafür liegt im Gesetz über Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid selber. In § 36 wird nämlich beschrieben, was passieren muss, damit ein Volksentscheid erfolgreich und für den Berliner Gesetzgeber bindend ist:
Ein Gesetzentwurf oder ein sonstiger Beschlussentwurf ist
durch Volksentscheid angenommen, wenn die Mehrheit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und zugleich mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmt.
Bei 2,44 Mio. Wahlberechtigten müssen also mindestens 610.000 Berliner dafür stimmen. Selbst wenn das passieren sollte, würden die Pro-Reli-Gegner mehr als 610.000 Stimmen benötigen, um die Anachronisten aus den Schulen fernzuhalten. Das wäre eine Wahlbeteiligung von mehr als 50%. Zur Erinnerung, an der letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus haben sich gerade mal 58% der Wahlberechtigten beteiligt. Das wird wohl nicht passieren.
Ich jedenfalls bleibe zu Hause und hoffe auf das gleiche Ergebnis wie beim letzten Volkentscheid in Berlin. Die Tempelhofbefürworter hatten zwar die Mehrheit der Wähler, aber nur 22% der Wahlberechtigten.
Ein moralische Erziehung ohne den allwissenden Zausel, der von seiner Wolke den großen Lauschangriff laufen lässt, ist den Pfaffen natürlich ein Dorn im Auge. Daher gab es ein Volksbegehren mit dem Ziel Ethik durch ein nach Konfessionen getrenntes Fach "Ethik/Religion" zu ersetzen.
So weit, so schlecht. Ich habe schon mehrfach den Bildungsauftrag meines Blogs betont. Daher möchte ich die Berliner unter meinen Lesern heute über den richtigen Umgang mit dem Volksentscheid aufklären. Mein Tipp: Nicht beachten!
Der Grund dafür liegt im Gesetz über Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid selber. In § 36 wird nämlich beschrieben, was passieren muss, damit ein Volksentscheid erfolgreich und für den Berliner Gesetzgeber bindend ist:
Ein Gesetzentwurf oder ein sonstiger Beschlussentwurf ist
durch Volksentscheid angenommen, wenn die Mehrheit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und zugleich mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmt.
Bei 2,44 Mio. Wahlberechtigten müssen also mindestens 610.000 Berliner dafür stimmen. Selbst wenn das passieren sollte, würden die Pro-Reli-Gegner mehr als 610.000 Stimmen benötigen, um die Anachronisten aus den Schulen fernzuhalten. Das wäre eine Wahlbeteiligung von mehr als 50%. Zur Erinnerung, an der letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus haben sich gerade mal 58% der Wahlberechtigten beteiligt. Das wird wohl nicht passieren.
Ich jedenfalls bleibe zu Hause und hoffe auf das gleiche Ergebnis wie beim letzten Volkentscheid in Berlin. Die Tempelhofbefürworter hatten zwar die Mehrheit der Wähler, aber nur 22% der Wahlberechtigten.
22. Februar 2009
Die Schattenseiten der Informationsfreiheit
James Tilton ist Lastwagenfahrer bei Yellow Transportation in San Francisco. Am 20. August des letzten Jahres hat er 2.200 $ für eine Organisation gespendet, die sich für ein Verbot von Homo-Ehen in Kalifornien einsetzt.
Spannend daran ist weniger, dass es in Amerika einen Haufen Homophober gibt, die sich gerne in die Leben anderer Einmischen und dafür bereit sind das sauer verdiente Geld auszugeben. (Wie viel mag wohl ein amerikanischer Lasterfahrer verdienen?) Bemerkenswert ist eher, dass ich diese Information so einfach bekommen kann, jemand anderer sie also problemlos beschaffen und ins Netz stellen kann.
Der Grund liegt in einem kalifornischem Gesetz, nachdem Spenden in bestimmter Höhe veröffentlicht werden müssen, um Korruption zu bekämpfen. Dann kommt ein fragwürdiges (weil quasi nicht existentes) Datenschutzrecht in Amerika und Google-Maps dazu. Schon kann sich jemand die Mühe machen und alle Spender für das Homo-Ehenverbot übersichtlich auf einer Karte darstellen.
Meine Sympathie für Menschen wie Mr. Tilton hält sich zugegebenermaßen in Grenzen, aber mit diesem Tool ließe sich ja noch viel mehr anstellen. Unsere Neurechten könnten alle Antifa-Mitglieder oder Ausländer übersichtlich auflisten, damit nicht mal versehentlich das falsche Haus brennt. Scientology könnte seine Gegner auf einer Karte eintragen. Was auch immer die anderen Sektenmitglieder damit anfangen.
Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Da hilft dann auch das deutsche Datenschutzrecht wohl nicht mehr viel.
Spannend daran ist weniger, dass es in Amerika einen Haufen Homophober gibt, die sich gerne in die Leben anderer Einmischen und dafür bereit sind das sauer verdiente Geld auszugeben. (Wie viel mag wohl ein amerikanischer Lasterfahrer verdienen?) Bemerkenswert ist eher, dass ich diese Information so einfach bekommen kann, jemand anderer sie also problemlos beschaffen und ins Netz stellen kann.
Der Grund liegt in einem kalifornischem Gesetz, nachdem Spenden in bestimmter Höhe veröffentlicht werden müssen, um Korruption zu bekämpfen. Dann kommt ein fragwürdiges (weil quasi nicht existentes) Datenschutzrecht in Amerika und Google-Maps dazu. Schon kann sich jemand die Mühe machen und alle Spender für das Homo-Ehenverbot übersichtlich auf einer Karte darstellen.
Meine Sympathie für Menschen wie Mr. Tilton hält sich zugegebenermaßen in Grenzen, aber mit diesem Tool ließe sich ja noch viel mehr anstellen. Unsere Neurechten könnten alle Antifa-Mitglieder oder Ausländer übersichtlich auflisten, damit nicht mal versehentlich das falsche Haus brennt. Scientology könnte seine Gegner auf einer Karte eintragen. Was auch immer die anderen Sektenmitglieder damit anfangen.
Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Da hilft dann auch das deutsche Datenschutzrecht wohl nicht mehr viel.
15. Februar 2009
Maria Esmeralda
Ihr erinnert Euch sicher, dass ich von Maria Esmeralda, ihres Zeichens Wahrsgerin meine persönlichen Glücksdaten und drei Wertvolle Geschenke versprochen bekam. Das alles kostenlos.
Ganz so kostenlos war es dann aber nicht. Hier mein offener Brief an Frau Esmeralda:
Liebe Frau Esmeralda,
vielen Dank für den liebevoll gestalteten Serienbrief, den Sie mir haben zukommen lassen. Es macht nichts, dass Sie meinen Namen falsch abgeschrieben haben. Es macht auch nichts, dass Sie mich für eine Frau gehalten haben, auch eine Wahrsagerin kann ja mal daneben liegen. Es hat dem Charme Ihrers Schreibens auch fast gar keinen Abbruch getan, dass Ihre Unterschrift darauf nur kopiert war. Es hätte ja auch "Dieser Brief ist maschinell ertsellt und gilt auch ohne Unterschrift" darunter stehen können. Das tat es aber nicht und ich weiß das zu schätzen.
Nun zum Inhalt. Sie versprechen mir, ich könne so viel Geld haben, wie ich möchte. Dazu benötige ich aber die zweite Voraussage, für die ich jetzt 50 € bezahlen soll. Das verstehe ich nicht. Zum ersten hatten Sie mir die Voraussage doch kostenlos versprochen, zum zweiten schreiben Sie doch selber in Ihrem Brief, dass Geld mein größtes Problem sein. Sie werden sich daher denken können, dass ich 50 € nicht so ohne weiteres aufbringen kann.
Ich finde es auch verwunderlin, dass ich statt der versprochenen Geschenke nur ein "Pentagramm des Reichtums" bekomme, das Sie einfach auf dem Brief mit drauf gedruckt haben.
Ich würde Ihnen gerne einen Vorschlag unterbreiten: Ich vertraue Ihnen voll und ganz. Da Sie mir sagen, ich werde in Kürze großen Reichtum erlangen (Sie schrieben von mehr als 500.000 €), verspreche ich Ihnen hiermit, dass ich Ihre Unkosten zehnfach zurückzahle, sobald das angekündigte Ereignis eingetreten ist. Ich bin auch gerne bereit, darüber einen Vertrag abzuschließen.
Sie haben mich inzwischen aufgefordert folgende Posten zu bezahlen:
1. 50 € für die zweite Voraussage
2. 50 € für die Übersetzung der geheimen Anweisungen aus dem "Buch der Magie" (die im Übrigen gar nicht nötig ist, da ich Latein beherrsche)
3. 30 € für Sekretariat und Bearbeitung meines Tarots.
Das macht in Summe 130 €. Ich bezahle Ihnen gerne 1.300 €, sobald auch nur 10% des versprochenen Geldsegens (50.000 €) bei mir angekommen sind. Was halten Sie davon?
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Zaphod (Herr Zaphod)
Ich freue mich so auf den nächsten Brief!
P.S. Ich habe inzwischen drei Briefe von Frau Esmeralda (vermutlich eher einem geschäftstüchtigen Schweizer) erhalten. Mehr über den Inhalt erfahrt Ihr in den nächsten Tagen.
Ganz so kostenlos war es dann aber nicht. Hier mein offener Brief an Frau Esmeralda:
Liebe Frau Esmeralda,
vielen Dank für den liebevoll gestalteten Serienbrief, den Sie mir haben zukommen lassen. Es macht nichts, dass Sie meinen Namen falsch abgeschrieben haben. Es macht auch nichts, dass Sie mich für eine Frau gehalten haben, auch eine Wahrsagerin kann ja mal daneben liegen. Es hat dem Charme Ihrers Schreibens auch fast gar keinen Abbruch getan, dass Ihre Unterschrift darauf nur kopiert war. Es hätte ja auch "Dieser Brief ist maschinell ertsellt und gilt auch ohne Unterschrift" darunter stehen können. Das tat es aber nicht und ich weiß das zu schätzen.
Nun zum Inhalt. Sie versprechen mir, ich könne so viel Geld haben, wie ich möchte. Dazu benötige ich aber die zweite Voraussage, für die ich jetzt 50 € bezahlen soll. Das verstehe ich nicht. Zum ersten hatten Sie mir die Voraussage doch kostenlos versprochen, zum zweiten schreiben Sie doch selber in Ihrem Brief, dass Geld mein größtes Problem sein. Sie werden sich daher denken können, dass ich 50 € nicht so ohne weiteres aufbringen kann.
Ich finde es auch verwunderlin, dass ich statt der versprochenen Geschenke nur ein "Pentagramm des Reichtums" bekomme, das Sie einfach auf dem Brief mit drauf gedruckt haben.
Ich würde Ihnen gerne einen Vorschlag unterbreiten: Ich vertraue Ihnen voll und ganz. Da Sie mir sagen, ich werde in Kürze großen Reichtum erlangen (Sie schrieben von mehr als 500.000 €), verspreche ich Ihnen hiermit, dass ich Ihre Unkosten zehnfach zurückzahle, sobald das angekündigte Ereignis eingetreten ist. Ich bin auch gerne bereit, darüber einen Vertrag abzuschließen.
Sie haben mich inzwischen aufgefordert folgende Posten zu bezahlen:
1. 50 € für die zweite Voraussage
2. 50 € für die Übersetzung der geheimen Anweisungen aus dem "Buch der Magie" (die im Übrigen gar nicht nötig ist, da ich Latein beherrsche)
3. 30 € für Sekretariat und Bearbeitung meines Tarots.
Das macht in Summe 130 €. Ich bezahle Ihnen gerne 1.300 €, sobald auch nur 10% des versprochenen Geldsegens (50.000 €) bei mir angekommen sind. Was halten Sie davon?
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Zaphod (Herr Zaphod)
Ich freue mich so auf den nächsten Brief!
P.S. Ich habe inzwischen drei Briefe von Frau Esmeralda (vermutlich eher einem geschäftstüchtigen Schweizer) erhalten. Mehr über den Inhalt erfahrt Ihr in den nächsten Tagen.
14. Februar 2009
Herr der Ringe (6)
Wie aufmerksame Leser dieses Blogs ja wissen, bin ich unsterblich, und das Dank eines einfachen Gadgets von Alex Chiu.
Leser Franz P. wies mich jetzt darauf hin, dass Herr Chiu bereits 1999 einen Auftritt in der Daily Show von Jon Stewart hatte. Ein bisschen hatte ich aber den Eindruck, dass Chuis Leistung nicht bedingungslos anerkannt wurde.
Seht es Euch halt selber an. Es lohnt sich.
Leser Franz P. wies mich jetzt darauf hin, dass Herr Chiu bereits 1999 einen Auftritt in der Daily Show von Jon Stewart hatte. Ein bisschen hatte ich aber den Eindruck, dass Chuis Leistung nicht bedingungslos anerkannt wurde.
Seht es Euch halt selber an. Es lohnt sich.
4. Februar 2009
Verrückt oder genial?
Stellt Euch vor, jemand erzählte Euch, dass die Menschen nicht etwa durch die Evolution entstanden sind, sondern von einem versunkenen Kontinent kommen, es zwei Jesuskinder gegeben habe, das Gehirn aus dem Darm entstehe und er wisse das alles ganz sicher aus einem unsichtbaren Buch.
Das ist eine zeitlang ganz lustig. Spätestens aber wenn dieser offenbar gestörte Zeitgenosse noch begehrt Eure Kinder erziehen zu dürfen und hierzu auch Gewalt für ein probates Mittel hält, würde man ihn doch mit dem nächsten verfügbaren Kochlöffel aus dem eigenen Aktionsradius prügeln und hoffen, dass er nicht mehr lange frei rumläuft.
Das war aber nicht immer so. Der Mann hat es geschafft eine weltweit verbreitete Weltanschauung inklusive Wirtschaftsimperium zu gründen. Man nennt das Anthroposophie. Dazu gehören Firmen wie Demeter, Weleda, GLS Gemeinschaftsbank, Öko Bank, Dr. Hauschka Kosmetik und viele andere mehr. Die Erziehung nennt man Waldorfpädagogik.
Alle oben genannten Ideen hat der Gründer Rudolph Steiner tatsächlich gesagt oder geschrieben und als Wahrheit verkündet.
Das zeigt deutlich, wie schmal der Grad zwischen schizophrenem Paranoiker und Guru ist. Wenn die richtige Zeit und die richtigen Leute zusammen kommen, wird aus einer wirren Idee schnell eine Weltanschauung. Weitere Beispiele gefällig?
Geerd Ryke Hamer (der hat sich immerhin von seinem toten Sohn erklären lassen, was es mit dem Krebs so auf sich hat und wie er zu heilen ist. Vom Tod seiner Patienten lassen er und seine Jünger sich nicht beeindrucken.)
Lafayette Ron Hubbard (Der erzählt uns immerhin, dass ein galaktischer Herrscher vor 75 Mio Jahren einen Teil seiner Bevölkerung auf die Erde brachte, an Vulkanen aufschichtete und Wasserstoffbomben zündete. Unter den Geistern dieser Menschen (Tethane) leiden heute immer noch alle, die nicht alle Ersparnisse bei seiner Sekte verklappen.)
Eine gut ausgestattete Psychiatrie hätte in diesen Fällen wohl viel Leid von der Erde ferngehalten.
Das ist eine zeitlang ganz lustig. Spätestens aber wenn dieser offenbar gestörte Zeitgenosse noch begehrt Eure Kinder erziehen zu dürfen und hierzu auch Gewalt für ein probates Mittel hält, würde man ihn doch mit dem nächsten verfügbaren Kochlöffel aus dem eigenen Aktionsradius prügeln und hoffen, dass er nicht mehr lange frei rumläuft.
Das war aber nicht immer so. Der Mann hat es geschafft eine weltweit verbreitete Weltanschauung inklusive Wirtschaftsimperium zu gründen. Man nennt das Anthroposophie. Dazu gehören Firmen wie Demeter, Weleda, GLS Gemeinschaftsbank, Öko Bank, Dr. Hauschka Kosmetik und viele andere mehr. Die Erziehung nennt man Waldorfpädagogik.
Alle oben genannten Ideen hat der Gründer Rudolph Steiner tatsächlich gesagt oder geschrieben und als Wahrheit verkündet.
Das zeigt deutlich, wie schmal der Grad zwischen schizophrenem Paranoiker und Guru ist. Wenn die richtige Zeit und die richtigen Leute zusammen kommen, wird aus einer wirren Idee schnell eine Weltanschauung. Weitere Beispiele gefällig?
Geerd Ryke Hamer (der hat sich immerhin von seinem toten Sohn erklären lassen, was es mit dem Krebs so auf sich hat und wie er zu heilen ist. Vom Tod seiner Patienten lassen er und seine Jünger sich nicht beeindrucken.)
Lafayette Ron Hubbard (Der erzählt uns immerhin, dass ein galaktischer Herrscher vor 75 Mio Jahren einen Teil seiner Bevölkerung auf die Erde brachte, an Vulkanen aufschichtete und Wasserstoffbomben zündete. Unter den Geistern dieser Menschen (Tethane) leiden heute immer noch alle, die nicht alle Ersparnisse bei seiner Sekte verklappen.)
Eine gut ausgestattete Psychiatrie hätte in diesen Fällen wohl viel Leid von der Erde ferngehalten.
1. Februar 2009
Buchempfehlung des Monats (Dezember '08)
Philip K. Dick ist schon lange tot, aber weiterhin ein großer Einfluss auf Science Fiction Literatur und Film.
Diese 800-seitige Sammlung von Erzählungen und Kurzgeschichten enthält beispielsweise den "Minority Report", die Vorlage zu dem gleichnamigen Film. Natürlich sind auch schwächere Werke dabei, aber insgesamt eine großartige Übersicht über sein Werk.
Wer alles haben möchte, kann auch zur 5-bändigen Gesamtausgabe seine Werks greifen. Alle 118 SF-Erzählungen.
Diese 800-seitige Sammlung von Erzählungen und Kurzgeschichten enthält beispielsweise den "Minority Report", die Vorlage zu dem gleichnamigen Film. Natürlich sind auch schwächere Werke dabei, aber insgesamt eine großartige Übersicht über sein Werk.
Wer alles haben möchte, kann auch zur 5-bändigen Gesamtausgabe seine Werks greifen. Alle 118 SF-Erzählungen.
Zitat des Monats (Dezember '08)
Was für das Christentum gilt, gilt gleichermaßen auch für den Buddhismus. […] die buddhistische Priesterschaft – wie es sie beispielsweise in Tibet gibt – ist in höchstem Grade bildungsfeindlich, tyrannisch und grausam.
Bertrand Russell (1930)
Bertrand Russell (1930)
21. Januar 2009
Cruise mal ganz cool
Tom Cruise, seines Zeichens ja bekennender (wenn nicht fanatischer) Scientologe, ist in der Regel eher ungehalten, wenn man die Sekte seiner Wahl kritisiert. Anläßlich der Premiere seines neuen Films haben sich trotzdem wieder einige Demonstranten, insbesondere von Anonymous, eingefunden um mitzuteilen, dass Psychosekten nicht jedermanns Sache sind.
Einer hatte es mit Maske, mit der sich die Anonymous-Protestanten üblicherweise maskieren, sogar bis an den roten Teppich geschafft. Ich habe damit gerechnet, dass zunächst Cruise' Bodyguards, dann der scientology-eigene Geheimdienst und abschliessend eine Armada willfähriger Anwälte auf ihn angesetzt werden. Aber mitnichten. Cruise nahm die Maske und signierte sie. Inklusive Peace-Zeichen.
Ich gebe es nur ungerne zu: Das war ja mal cool. Nicht so cool, dass ich für einen Film, mit dem er sich bei den Deutschen anbiedern will, Geld ausgeben würde. Aber cool.
But don't you forget: Scientology still sucks!
Einer hatte es mit Maske, mit der sich die Anonymous-Protestanten üblicherweise maskieren, sogar bis an den roten Teppich geschafft. Ich habe damit gerechnet, dass zunächst Cruise' Bodyguards, dann der scientology-eigene Geheimdienst und abschliessend eine Armada willfähriger Anwälte auf ihn angesetzt werden. Aber mitnichten. Cruise nahm die Maske und signierte sie. Inklusive Peace-Zeichen.
Ich gebe es nur ungerne zu: Das war ja mal cool. Nicht so cool, dass ich für einen Film, mit dem er sich bei den Deutschen anbiedern will, Geld ausgeben würde. Aber cool.
But don't you forget: Scientology still sucks!
Abonnieren
Posts (Atom)
Das Internet und das reale Leben strotzen nur so vor toller Ideen gegen den gesunden Menschenverstand. Das umfasst Esoterik, Religion und einen Haufen anderer Weltbilder. Ich habe die überzeugendsten gesammelt, um sie einem größeren Publikum zu präsentieren. Leider muss ich mich aus rechtlichen Gründen brav von allen Links distanzieren.